{"id":12667,"date":"2021-11-24T15:07:57","date_gmt":"2021-11-24T14:07:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/?p=12667"},"modified":"2021-12-01T16:05:15","modified_gmt":"2021-12-01T15:05:15","slug":"die-zhaw-an-der-un-klimakonferenz-in-glasgow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/die-zhaw-an-der-un-klimakonferenz-in-glasgow\/","title":{"rendered":"Die ZHAW an der UN-Klimakonferenz in Glasgow"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/cop26glasgow.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12684 alignleft\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/cop26glasgow-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/cop26glasgow-300x169.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/cop26glasgow.jpg 529w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><em><strong>English version see below<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Mit Regina Betz, Leiterin des Center for Energy and the Environment (CEE), und Thomas R\u00f6tger vom Zentrum f\u00fcr Aviatik war die ZHAW auch bei der diesj\u00e4hrigen, wichtigen UN-Klimakonferenz in Glasgow (COP26) mit einer Delegation vertreten. An einem Side Event der Konferenz pr\u00e4sentierte Regina Betz Ergebnisse aus zwei aktuellen Forschungsprojekten des CEE. Lesen Sie dazu den folgenden Erfahrungsbericht, in welchem Regina Betz ihre pers\u00f6nlichen Eindr\u00fccke schildert und die Ergebnisse der Konferenz fachlich einordnet.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es ist Mitte November und ich mache mich mit Klapprad und Zug auf nach Glasgow, dort findet die 26ste UN-Klimakonferenz statt. Nach ca. 20 Stunden Fahrt &#8211; Mittagessen in Paris und Abendessen in London &#8211; erreiche ich gegen 23.00 Uhr Glasgow. Schon auf dem Bahnhof in London und Glasgow heissen mich Plakate willkommen: \u201eThank you for travelling by train\u201c oder \u201eThe world is looking to you COP26\u201d oder \u201cLet\u2019s work together for our future\u201d. Ich f\u00fchle wie grosse Erwartungen an die Verhandlungen von der britischen Bev\u00f6lkerung geweckt werden und entsprechend neugierig bin ich auf das, was mich erwartet. Erst einmal habe ich Gl\u00fcck und erreiche mein Airbnb im 10. Stock mit Blick auf das Verhandlungszentrum. Es ist alles abgeriegelt und \u00fcberall stehen Polizisten. Selbst die Schnellstrasse direkt vor meinem Appartement haben sie gesperrt, so dass es sehr ruhig ist. Im Vergleich zu amerikanischen und deutschen Projektkollegen habe ich Gl\u00fcck und meine Unterkunft ist kein Scam, sie ist billig, nah am Geschehen und verf\u00fcgt \u00fcber alles was man so braucht: stabiler Internetzugang, ein Platz f\u00fcr mein Fahrrad, K\u00fcche etc., und ich bin im Unterschied zu meinem ZHAW-Kollegen nicht morgens und abends \u00fcber eine Stunde mit dem Bus unterwegs.<\/p>\n<p>Nach zwei Wochen und mit einem Tag Versp\u00e4tung gelingt es am 13.11. den <em>Glasgow Climate Pact<\/em> zu schliessen, der zwar in letzter Minute von China, Indien und ein paar \u00d6lstaaten noch verw\u00e4ssert wird. Statt \u201ephaseout of coal\u201c heisst es nun \u201ephasedown of unabated coal power and phase-out of inefficient fossil fuel subsidies\u201c, aber immerhin gehen die Verhandler nicht mit leeren H\u00e4nden nach Hause. Dass \u00fcberhaupt so ein Text vorgelegt wurde \u2013 mit einem Ausstieg aus Kohlekraftwerken und fossilen Subventionen \u2013 ist ein grosser Schritt vorw\u00e4rts und ein Zeichen an die Industrie, welche Risiken bei fossilen Investitionen bestehen. Ich denke es war auch ein geopolitischer Schachzug von China und Indien, die hier ihre Macht demonstrieren wollten, um zu zeigen \u201eIndustriel\u00e4nder seid vorsichtig, nehmt uns ernst, wir m\u00fcssen mit an Bord sein\u201c. Die weiteren Ziele f\u00fcr COP26 endlich Regeln f\u00fcr<\/p>\n<ul>\n<li>Artikel 6 des Pariser Abkommens (Cooperative Approaches und Carbon Crediting Mechanism) siehe unten,<\/li>\n<li>Artikel 13\u00a0 des Pariser Abkommens (das die Transparenz der Daten wie den Emissionsinventaren beinhaltet) und<\/li>\n<li>Common timeframes (bisher sind die Nationalen Verpflichtungen der Vertragsstaaten sehr divers und das macht die Vergleichbarkeit sehr schwierig, das soll ge\u00e4ndert werden)<\/li>\n<\/ul>\n<p>zu verabschieden, wurde auch erreicht.<\/p>\n<p>Auf der COP (kurz f\u00fcr Conference of Parties), wie die Klimakonferenz offiziell genannt wird, treffe ich auf drei parallele Welten: Auf der einen Seite die trockenen Verhandlungen, wo Wort f\u00fcr Wort diskutiert wird und ein neuer Text nach dem anderen erscheint, mit immer neuen Vorschl\u00e4gen und strittigen Positionen<span style=\"text-decoration: line-through\">.<\/span> Auf der anderen Seite diskutieren eine bunte Mischung an Menschen aus der ganzen Welt \u2013 indigene V\u00f6lker, Jugendliche, UmweltaktivistInnen, UnternehmensvertreterInnen \u2013 in den Pavillons und Side Events \u00fcber die neusten Optionen und Visionen die Klimakrise zu bek\u00e4mpfen. Besonders stark fallen mir die vielen Veranstaltungen zu \u201eNature Based Solutions\u201c, \u201ePlant based Diet\u201c und \u201eOzean\u201c auf. Die Kernenergie scheint einen Revival zu haben und neue Entwicklungen zeigen sich insbesondere bei den Methanemissionen, die durch den Global Methane Pledge politisch auch im Fokus sind, sowie moderne Messtechniken und Satellitenbilder. Die dritte Welt findet draussen vor dem Konferenzzentrum im Stadtzentrum statt, wo Tausende von Umweltaktivisten f\u00fcr mehr Klimaschutz demonstrieren, wobei zum Teil auch Fahnen f\u00fcr ein freies Schottland dabei sind.<\/p>\n<p>Trotz Corona haben sich fast 40\u2018000 Delegierte angemeldet, mehr als je zuvor und fast doppelt so viele wie in Paris. Die t\u00e4glichen Corona-Tests, das Maskentragen und die 10 Tage Quarant\u00e4ne \u2013 auch f\u00fcr Geimpfte \u2013 haben also wenige abgeschreckt. An dieser COP ist die ZHAW mit zwei VertreterInnen dabei und wird von mir als Leiterin des <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/en\/sml\/institutes-centres\/cee\/?L=0\">Center for Energy and the Environment (CEE)<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/roem\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Dr. Thomas R\u00f6tger<\/strong><\/a> aus dem <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/engineering\/institute-zentren\/zav\/\">Zentrum f\u00fcr Aviatik<\/a> in Glasgow vertreten.<\/p>\n<p><strong>Luftfahrt<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl die Luftfahrt zwar kein Kernthema der Verhandlungen in Glasgow war, gab es aus diesem Bereich einige Neuigkeiten, von denen Thomas R\u00f6tger Folgendes berichtete:<\/p>\n<p>Der Flugverkehr ist bekanntermassen schwerer als andere Verkehrstr\u00e4ger zu dekarbonisieren und steht im Fokus der \u00d6ffentlichkeit als Klimas\u00fcnder. Die Zwangspause durch die Corona-Krise f\u00fchrte offensichtlich dazu, den Neustart der Luftfahrt mit konkreten Anstrengungen f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit zu verbinden.<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich hatten die Weltverb\u00e4nde der Luftverkehrswirtschaft sich zu Netto-Nullemissionen bis 2050 verpflichtet (die Einschr\u00e4nkung \u201enetto\u201c bedeutet, dass ein \u2013 hoffentlich immer geringer werdender \u2013 Teil der Emissionen durch gesetzliche CO<sub>2<\/sub>-Ausgleichsmassnahmen, z.B. das oben erw\u00e4hnte CORSIA, oder auch freiwillige Kompensationen ausserhalb des Luftverkehrssektors ausgeglichen werden darf). Bei einer Abendveranstaltung am Glasgower Flughafen erl\u00e4uterten Vertreter der Flugzeughersteller, Fluggesellschaften, Flugh\u00e4fen und Flugsicherungen, welche technischen Neuerungen, wie z.B. nachhaltiges Kerosin aus pflanzlichem Abfall und in Zukunft Wasserstoffflugzeuge, dazu beitragen sollen.<\/p>\n<p>Mit der F\u00f6rderung der Nutzung von nachhaltigem Kerosin befasst sich auch die \u201eClean Skies for Tomorrow\u201c-Initiative des Weltwirtschaftsforums. Verkehrsminister aus so unterschiedlichen L\u00e4ndern wie Kenia und den Niederlanden pr\u00e4sentierten ihre Pl\u00e4ne dazu.<\/p>\n<p>Als bemerkenswerte Regierungsinitiative verk\u00fcndeten 23 Staaten die Gr\u00fcndung einer \u201eInternational Aviation Climate Ambition Coalition\u201c und sagten ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr Klimaschutzmassnahmen in allen Bereichen der Luftfahrt zu. Weitere Staaten sind aufgefordert beizutreten \u2013 hoffentlich folgt auch die Schweiz dieser Einladung!<\/p>\n<p>Auch im Luftfahrtbereich hat die Herausforderung Klimawandel zu einer beeindruckenden Vielzahl von Innovationsleistungen gef\u00fchrt. Zu ihrer fl\u00e4chendeckenden Einf\u00fchrung ist jetzt der geeignete politische Rahmen erforderlich \u2013 keine leichte Aufgabe, aber die allgemeine Stimmung in Glasgow war optimistischer, als viele Aussenstehende nach der allgemeinen Berichterstattung denken w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Marktmechanismen<\/strong><\/p>\n<p>Seit der Klimakonferenz in Paris vor sechs Jahren ringt man um die detaillierten Ausgestaltungsregeln zur Umsetzung des Pariser-Abkommens, das sogenannte <em>Paris Rulebook<\/em>. Im 2019 verabschiedeten <em>Katowice Climate Package<\/em> wurden viele Details beschlossen, doch einige umstrittene Teile wurden auf die n\u00e4chste Klimakonferenz vertagt und stehen jetzt in Glasgow auf der Agenda. Der so genannte Artikel 6 des Paris-Abkommens, in dem es um die Gestaltung von globalen M\u00e4rkten und Mechanismen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen geht, ist dabei sehr umstritten, da L\u00e4nder wie z.B. Brasilien Doppelz\u00e4hlungen von Minderungen anstreben. Die Verhandlungen um Artikel 6 sind besonders relevant f\u00fcr zwei Forschungsprojekte am Center for Energy and the Environment und zu diesem Thema wurden dann in einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=lHMIMT53abo\">Side Event<\/a> auch die Resultate vorgestellt<em>. <\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_12669\" aria-describedby=\"caption-attachment-12669\" style=\"width: 383px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12669 \" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"383\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_2-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_2.jpg 655w\" sizes=\"auto, (max-width: 383px) 100vw, 383px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-12669\" class=\"wp-caption-text\">Pr\u00e4sentation von Regina Betz (Foto: Thomas R\u00f6tger)<\/figcaption><\/figure>\n<p>In dem vom <em>Swiss Network of International Studies<\/em> gef\u00f6rderten <a href=\"https:\/\/snis.ch\/projects\/designing-effective-regulation-for-carbon-markets-at-the-international-national-and-subnational-levels\/\">Projekt<\/a> wurde untersucht, wie die Emissionsm\u00e4rkte am wirksamsten gestaltet werden k\u00f6nnen und potentieller Missbrauch in den CO<sub>2<\/sub>-M\u00e4rkten verhindert werden kann. Dazu ist ein Bericht erstellt worden, der in k\u00fcrze ver\u00f6ffentlicht werden soll. Noch relevanter f\u00fcr die Verhandlungen waren die Absch\u00e4tzungen zu den noch aus dem Kyoto Protokoll stammenden Emissionsminderungszertifikaten, die sich Staaten an ihre Verpflichtung unter dem Pariser Abkommen anrechnen lassen k\u00f6nnen. Die Anrechnung ist vor allem daher kritisch, wenn es sich um qualitativ minderwertige Projekte handelt, in die sowie investiert worden w\u00e4re (Mitnahmeeffekte) und die jetzt von L\u00e4ndern, die wenig ambitionierte Emissionsreduktionsziele haben, anstelle von eigenen Reduktionen angerechnet werden. Hier konnten wir gemeinsam mit <a href=\"https:\/\/www.perspectives.cc\/public\/fileadmin\/Publications\/PCG-ZHAW_unused_CERs_PAC.pdf\">Perspectives <\/a>zeigen, dass die Option, die schliesslich im Text \u00fcberlebt hat max. ca. 25 Mio. Zertifikate ausmachen w\u00fcrde und dass diese vor allem aus Wind- und Wasserkraftprojekten bestehen, vorwiegend aus dem asiatischen Raum (China\/ Indien) und Lateinamerika (Brasilien\/Kolumbien). Das sind zum Gl\u00fcck sehr viel weniger Zertifikate als andere diskutierte Optionen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12671\" aria-describedby=\"caption-attachment-12671\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_grafik.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12671 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_grafik-300x192.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_grafik-300x192.png 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_grafik-676x433.png 676w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_grafik.png 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-12671\" class=\"wp-caption-text\">Bild: Eigene Darstellung<\/figcaption><\/figure>\n<p>Insgesamt sind die Regeln robuster als im letzten Text, der in Madrid auf COP 25 verhandelt wurde und am Ende nicht angenommen wurde. Dies ist vor allem auf eine \u00c4nderung der Position von Brasilien zur\u00fcckzuf\u00fchren, die ihre Forderung nach Doppelz\u00e4hlungen aufgegeben haben und es somit zu Anpassungen der Inventare bei Verk\u00e4ufen und K\u00e4ufen von Emissionsrechten \u2013 sogenannten International Transferable Mitigation Outcomes \u2013 kommt. Bei Artikel 6.4 sind auch Fortschritte erzielt worden, da es nicht mehr um ein 1: 1 Offsetting geht, sondern eine Aufteilung der erreichten Reduktionen zwischen Gastland und Investor als auch 2% der erreichten Emissionsminderungen als Geschenk f\u00fcr die Atmosph\u00e4re (Overall Mitigation in global emissions, OMGE) vorgeschrieben werden. Das gr\u00f6sste Risiko f\u00fcr die Umweltintegrit\u00e4t entsteht durch CORSIA \u2013 das Offsettingprogramm f\u00fcr den internationalen Flugverkehr von ICAO \u2013 bei Gastl\u00e4nder mit einem Jahresziel (Schneider 2019) und die Anrechenbarkeit und Transition von alten CDM Projekten an die Ziele des Pariser Abkommens. Es bleibt abzuwarten, ob die Schlupfl\u00f6cher in Artikel 6 und beim Clean Development Mechanism von Staaten genutzt werden. Ich bin gespannt wie es weiter mit Artikel 6 geht, denn die Regeln zur Behandlung von Kohlenstoffsenken sind noch offen und auch wie der freiwillige Kohlenstoffmarkt reagieren wird, steht noch aus.<\/p>\n<p>Ein Problem sehe ich f\u00fcr die Kompensation der Schweizer Emissionen aus dem Transportsektor, die durch <em>KLIK<\/em> organisiert werden. Die Schweiz plant derzeit daf\u00fcr Artikel 6.2 zu nutzen, wobei aus Sicht der Entwicklungsl\u00e4nder diese Investitionen im Ausland wohl eher unter Artikel 6.4 fallen sollten. Denn nur so ist gew\u00e4hrleistet, dass sie sowohl 5% der erzielten Emissionsreduktionen f\u00fcr den Fonds f\u00fcr Anpassung und 2 % f\u00fcr OMGE abziehen m\u00fcssten. Beharrt die Schweiz darauf, Artikel 6.2 zu nutzen, k\u00f6nnten diplomatische Spannungen entstehen, die entweder durch den Wechsel des Artikels von 6.2 zu 6.4 (hier sind diese Abgaben vorgeschrieben) oder durch freiwillige Beitr\u00e4ge unter Artikel 6.2 gel\u00f6st werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Der j\u00fcngste, sechste Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zeigt deutlich, dass nur noch ein globales Budget von 300 GtCO<sub>2e<\/sub> bis zum Erreichen des Null-Emissionsziels zur Verf\u00fcgung stehen, wenn mit einer Wahrscheinlichkeit von 83% ein Temperaturanstieg bis 1,5-Grad erreicht werden soll. Der globale Stocktake in Glasgow zeigte jedoch, dass es immer noch eine erhebliche Diskrepanz gibt zwischen dem verf\u00fcgbaren Budget und den derzeitigen nationalen Minderungszielen \u2013 auch mit den j\u00fcngsten Nachbesserungen. Daher wurde in Glasgow beschlossen, dass man schon im Jahr 2023 (urspr\u00fcnglich 2025) sich wieder mit Versch\u00e4rfungen der Ziele befassen will.<\/p>\n<p>Nach 22 Stunden Zugfahrt sitze ich auf meinem Sofa und schaue mir online die Abschlusssitzung der Konferenz an. Ich bin relativ zuversichtlich, dass es den Vertragsparteien gelungen ist, ein solides Paket an Regeln zur Umsetzung des Pariser Abkommens zu verabschieden, mit dem die britische Regierung und Bev\u00f6lkerung zufrieden sein k\u00f6nnen. Wobei sich nat\u00fcrlich erst mit der Zeit zeigen wird, ob die gemachten Versprechungen zu Minderungsmassnahmen, Verdopplung der Klimafinanzierung f\u00fcr Anpassung von 2019 bis 2025 und Klimafinanzierung f\u00fcr Minderungsmassnahmen auch entsprechend umgesetzt werden.\u00a0<\/p>\n<p><em>Autorin: <\/em><a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/betz\/\"><em>Regina Betz<\/em><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em><strong>English version<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>ZHAW at the UN Climate Change Conference<\/strong><\/p>\n<p>The ZHAW was once again represented with a delegation at this year\u2019s important UN Climate Change Conference in Glasgow (COP26). Regina Betz, Head of the Center for Energy and the Environment (CEE), also had the opportunity to present results from two current CEE research projects at a Conference side event. In the following article, she describes her personal impressions and assesses the results of the Conference from a professional standpoint.<\/p>\n<p>After nearly two weeks of meetings and with a delay of one day, the Glasgow Climate Pact was agreed on 13 November, although a last-minute intervention from China, India and a few oil states meant the final version was watered down somewhat. Instead of a \u201cphase out of coal\u201d, the accord now specifies a \u201cphase down of unabated coal power and phase out of inefficient fossil fuel subsidies.\u201d Nevertheless, the negotiators did not head home empty handed. The fact that such an agreement was presented at all, including the phasing down of coal-fired power plants and the abolition of fossil fuel subsidies, is a major step in the right direction and a sign to the industrial sector of the risks involved with fossil fuel investments. It is also my view that the intervention by China and India was a geopolitical move. They wanted to demonstrate their power here, sending a message to industrialised nations that they have to proceed carefully, that China and India need to be taken seriously and that any measures need their sign-off. The other COP26 objectives of adopting rules for the following were also achieved:<\/p>\n<ul>\n<li>Article 6 of the Paris Agreement (cooperative approaches and carbon crediting mechanism, see below),<\/li>\n<li>Article 13 of the Paris Agreement (which covers the transparency of data, including emissions inventories) and<\/li>\n<li>common time frames (the national obligations of the signatories to the Paris Agreement have so far been very diverse, making it difficult to compare them \u2013 this situation should now change).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Since the Paris Climate Change Conference six years ago, there has been much grappling over how the rules for implementing the Paris Agreement, referred to as the Paris Rulebook, should look. While many details were agreed upon in the <em>Katowice Climate Package<\/em>, which was adopted in 2019, it was resolved to delay the decision on some controversial aspects until the next Climate Change Conference in Glasgow. Article 6 of the Paris Agreement, which addresses the structuring of global markets and mechanisms for cutting greenhouse gas emissions, was one area of great contention, as countries such as Brazil were seeking a double counting of reductions. The negotiations surrounding Article 6 were particularly relevant for two research projects at the Center for Energy and the Environment, with results from the work conducted on this topic also being presented in a <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=lHMIMT53abo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">side event<\/a>.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12669\" aria-describedby=\"caption-attachment-12669\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12669 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_2-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2021\/11\/COP26_2.jpg 655w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-12669\" class=\"wp-caption-text\">Regina Betz (Picture: Thomas R\u00f6tger)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Overall, the rules are more robust than those outlined in the previous text, which had been negotiated in Madrid at COP25 before ultimately being rejected. The success achieved this time round is chiefly due to a change in the position of Brazil, which has abandoned its demand for double counting, allowing for adjustments to be made to the inventories for sales and purchases of emissions rights \u2013 so-called international transferable mitigation outcomes. Progress has also been made on Article 6.4, which no longer prescribes offsetting on a 1:1 basis and instead stipulates that achieved reductions should be shared between the host country and investor, as well as earmarking 2% of the attained emission cuts for the atmosphere (overall mitigation in global emissions, OMGE). The biggest risk to environmental integrity comes from CORSIA \u2013 the International Civil Aviation Organization&#8217;s offsetting programme for international aviation \u2013 and the crediting and transition of old CDM projects to the objectives of the Paris Agreement. Only time will tell whether states make use of the loopholes found in Article 6 and the Clean Development Mechanism. I am curious to see how things progress with Article 6, as the rules for dealing with carbon sinks remain to be resolved and it is also yet to be seen how the voluntary carbon market will respond.<\/p>\n<p>I believe the compensation of Swiss emissions from the transport sector may cause a problem. Organisational responsibility here lies with KLIK, the sector-wide carbon offset grouping for fossil motor fuels. Switzerland currently plans to use Article 6.2 for this purpose, although from the perspective of developing countries these investments abroad should probably fall under Article 6.4. This is because only in this way will it be possible to ensure that 5% of the achieved emission reductions are deducted for the Adaptation Fund and 2% for OMGE. Should Switzerland insist on using Article 6.2, this may give rise to diplomatic tensions, which could be resolved either by using Article 6.4 rather than 6.2 (where these levies are mandatory) or by making voluntary contributions under Article 6.2.<\/p>\n<p>The global stock take revealed that there is still a significant gap between the stated objective of limiting global warming to no more than 2 degrees Celsius, or 1.5 degrees Celsius if possible, and the current promises that have been made in terms of reductions \u2013 even with the subsequent improvements. The sixth and most recent report of the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) makes clear that we have a global budget of just 300 GtCO2e at our disposal before we have to reach net zero if we are to succeed in limiting global warming to 1.5 degrees Celsius with an 83% degree of probability.<\/p>\n<p><em>Author: <\/em><a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/en\/about-us\/person\/betz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Regina Betz<\/em><\/a><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n<div class=\"pt-sm\">Schlagw\u00f6rter: <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/tag\/cop26\/\">COP26<\/a>, <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/tag\/glasgow\/\">Glasgow<\/a>, <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/tag\/klimakonferenz\/\">Klimakonferenz<\/a>, <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/tag\/united-nations\/\">United Nations<\/a><br><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>English version see below Mit Regina Betz, Leiterin des Center for Energy and the Environment (CEE), und Thomas R\u00f6tger vom Zentrum f\u00fcr Aviatik war die ZHAW auch bei der diesj\u00e4hrigen, wichtigen UN-Klimakonferenz in Glasgow (COP26) mit einer Delegation vertreten. 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