Warum sich Mentoring-Programme lohnen und wann man sich dafür interessieren sollte

Mentoring-Programme sind sehr interessante Entwicklungsangebote, da sie durch das Mentorat auf die Bedürfnisse der einzelnen Mentees eingehen können. Bei der Arbeit mit der persönlich zugewiesenen Mentorin bzw. dem Mentor kann man an den eigenen Fragestellungen arbeiten und Zukunftsperspektiven entwickeln, die man vielleicht alleine so nicht gesehen hätte.

Es stellt sich die Frage, wann ein Mentoring-Programm geeignet ist. Letztendlich ist ein Mentoring-Programm dazu da, um einen grösseren Veränderungsprozess zu begleiten. Der Wunsch nach neuen Erfahrungen und Herausforderungen oder nach einem neuen Umfeld, ein diffuses Gefühl der Unzufriedenheit bei der Ausübung der aktuellen beruflichen Aufgabe oder Unsicherheit bei der Karriereplanung sind oft Auslöser für die Teilnahme an einem Mentoring-Programm. Das sind gute Beweggründe, da sie auf einen Wunsch nach Veränderung zurückzuführen sind. Wichtig ist, dass der Wunsch stark genug ist, um den Prozess bis zum Schluss zu durchlaufen und auszuhalten. Das Mentoring bietet eine Plattform, um sich mit den eigenen beruflichen Wünschen und Entwicklungsmöglichkeiten auseinander zu setzen. Neben dem Mentorat bieten die zahlreichen angebotenen Workshops (z.B. Auftrittskompetenz, Konfliktmanagement u.a.m.) viele Gelegenheiten, um die Selbstkompetenzen zu verbessern. Wer sich selber besser kennt, mit Konflikten gut umgehen kann, selbstreflektierter ist, kann anspruchsvolle Aufgaben besser meistern.

Veränderung gehört zum Leben und ist auch nötig im beruflichen Alltag. Es gibt einen Richtwert, der besagt, dass es einem nicht guttut, wenn man länger als sieben Jahre die gleiche Tätigkeit ausübt. Wenn sich diese Tätigkeit nicht wandeln und ausbauen lässt, sollte man an einen Wechsel denken. Häufig können die zukünftigen Mentees noch gar nicht sagen, was sie eigentlich genau verändern möchten oder wo die Reise hingehen soll. Diese Unklarheit ist am Anfang nicht immer leicht zu ertragen, da man offen sein und vieles hinterfragen muss, um sich beruflich verändern oder verbessern zu können. Im Gespräch mit der Mentorin und dem Mentor entwickelt sich ein neues Bild von der eigenen Situation und es eröffnen sich oft neue Horizonte, die man je nach Interesse und Möglichkeit anstreben kann. Letztendlich wird einem der Spiegel hingehalten. Vielleicht ist das was man sieht nicht immer schön, aber umso hilfreicher kann dann die Auseinandersetzung damit sein.

Mit der Anmeldung ist dann der erste Schritt getan und man begibt sich auf den Weg. Das Schöne am Mentoring-Programm ist, dass man diesen Weg nicht alleine gehen muss. Man wird zum einen begleitet von der Mentorin bzw. dem Mentor und zum anderen tauscht man sich mit den anderen Mentees aus, die man bei den Workshops und Netzwerktreffen trifft. Im Gespräch mit ihnen kann man hochschulübergreifend sowie interdisziplinär viel lernen und eben auch beobachten, was andere für Wege gehen. Das gibt Mut und Inspiration.

Das einjährige Mentoring-Programm ZFH ist seit 2008 achtmal durchgeführt worden. Es haben insgesamt 251 Mentees daran teilgenommen. Das Programm ist ein Kooperationsprojekt der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH), der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Im Hochschulmagazin ZHAW-Impact ist ein dreiseitiger Bericht erschienen, der drei Tandems des siebten Durchgangs 2014-2015 vorstellt. Das Mentoring ZFH wird ein Jahr ausgesetzt, um eine Evaluation zu erstellen. Das neue Programm beginnt wieder im Oktober 2017.

 Geschrieben von: Leonie Renouil, Stabsstelle Diversity ZHAW und Projektleiterin Mentoring ZFH 

P.S.: Ein herzlicher Dank für die geleistete Arbeit und die Betreuung der ersten sechs Jahrgänge geht an meine Vorgängerin Sheila Karvounakis.

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