Vom Tochtertag zum Nationalen Zukunftstag

Plenum NZ 2015

Am diesjährigen Zukunftstag haben an allen drei Standorten der ZHAW gut 220 Buben und Mädchen von Angehörigen der ZHAW teilgenommen. Sie alle waren neugierig zu erfahren, was an der ZHAW gelehrt und gearbeitet wird und ein jeder und eine jede von ihnen konnte das eigene Interesse in einer reichhaltigen Auswahl an Workshops der verschiedenen Fachbereiche erproben.

Matthias Plenum NZ 2015

Der Zukunftstag hat sich an der ZHAW längst zu einem beliebten Event im Jahreskalender etabliert, er hat innerhalb der ganzen Schweiz auch eine Erfolgsgeschichte: Initiiert wurde der Zukunftstag im Rahmen des von 1998 bis 2004 laufenden Lehrstellenprojekts 16+, einer Aktion der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten, als sogenannter „Vater-Tochtertag“, später dann als „Nationaler Tochtertag“. Er hatte zum Ziel, Mädchen Einblick in die Berufswelt klassischer Männerberufe zu geben und gleichzeitig die Väter für die Bedeutung der Berufswahl ihrer Töchter zu sensibilisieren. Eine Rückmeldung seitens der Eltern von Buben liess nicht lange auf sich warten. Sie kritisierten, dass ein solches Projekt Mädchen in Berufswahlfragen fördern und Jungen benachteiligen würde. Die Initiantinnen führten an, dass der Tag nicht als Berufsschnuppertag konzipiert sei, sondern als Gleichstellungsmassnahme. In den letzten Jahrzehnten habe sich wenig an der geschlechtstypischen Berufswahl geändert: Buben wählen überwiegend technische Berufe mit grossen Karrierechancen und Mädchen eher betreuerisch-erzieherische Berufe, die wenige Karrieremöglichkeiten offerieren. Es ginge auch darum, diesem Gefälle peu à peu entgegenzuwirken.

Mädchen und Technik 2 NZ 2015

Workshop Dolmetschen

Seit 2010 findet nun regelmässig am zweiten Donnerstag im November in der gesamten Schweiz jeweils der „Nationale Zukunftstag“ statt. Neben der Möglichkeit, Einblick in den Arbeitsalltag der Eltern oder einer nahen Bezugspersonen zu gewinnen und in Spezialprojekten die Berufswelt kennenzulernen, unterliegt ihm weiterhin die Grundidee, Mädchen und Jungen einen Seitenwechsel zu ermöglichen. Sie sollen losgelöst von starren Geschlechtsbildern auch untypische Arbeitsfelder und Lebensbereiche kennenlernen, um so ihre Zukunftsperspektiven zu erweitern. In diesem Sinne wurden auch an der ZHAW Workshop-Gruppen in den Bereichen Technik ausschliesslich aus Mädchen gebildet und im Bereich Gesundheit Gruppen, die nur aus Buben bestanden.

 Geschrieben von: Dr. Annette Kahlen, Leiterin Stabsstelle Diversity ZHAW 

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