Vielfalt managen? Mit Unterstützung durch Beratungsangebote gelingt es vielfach leichter!

Studieren und Arbeiten an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) erfreut sich ungebrochener Popularität. Ende 2017 waren 3’028 Mitarbeitende an der Hochschule beschäftigt und 12‘847 Studierende eingeschrieben. Jede und jeder dieser Hochschulangehörigen bringt eine eigene Lebensrealität mit, die bedingt, dass sie auf Beratung und Unterstützung angewiesen sein kann. Einen Einblick in die Arbeit der Beratungsdienste liefert das aktuelle Monitoring für das zurückliegende Jahr 2017.

Die ZHAW bietet eine Vielzahl an Beratungsangeboten. Dazu zählen unterschiedlichste Fragestellungen von der Studienfinanzierung, über psychologische Beratung und Coaching, der Beratung von Mitarbeitenden und Studierenden mit einer Behinderung oder chronischen Krankheit bis zur Beratung bei Verdacht auf Diskriminierung, Mobbing und sexueller Belästigung. Am stärksten nachgefragt wurde im vergangenen Jahr die psychologische Beratung, die 392 Personen nutzten. Der Bedarf nach Unterstützung war auch sehr stark bei Fragen rund um das Thema «Studieren und Arbeiten mit Behinderung und chronischer Krankheit». Diesbezüglich fragten 164 Personen um ein Gespräch an. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 725 Personen in einem Erstgespräch beraten. Im Vergleich zur Gesamtpopulation nutzten somit 4.3% der Studierenden und rund 4.6% der Mitarbeitenden ein oder mehrere Beratungsangebote. Die Nachfrage seitens der weiblichen Studierenden und Mitarbeitenden ist übrigens wesentlich grösser, die mit 63% fast zwei Drittel erreichen.

Hilfe bei Krisen und Konflikten

Der Löwenanteil dieser Beratungen wurde von der Psychologischen Beratungsstelle durchgeführt, welche als zentrales Angebot für alle Studierende und Mitarbeitende der ZHAW kostenlos zur Verfügung steht. Ergänzt wird das Angebot durch dezentrale Anlaufstellen in einzelnen Departementen. Das Bedürfnis nach psychologischer Beratung und Coaching ist bei den ZHAW-Studierenden verglichen mit den Vorjahren gleichbleibend hoch gewesen, zusätzlich zu den geleisteten Beratungsgesprächen wurden neu auch Workshops zu den Themen Prüfungsangst, Prokrastination sowie Lern- und Arbeitstechniken angeboten, zu denen sich insgesamt weitere 148 Studierende anmeldeten. Ebenfalls neu wurde im Jahr 2017 seitens der psychologischen Beratungsstelle die videogestützte Onlineberatung als zusätzliches Angebot eingeführt. Mitarbeitende und Studierende haben damit die Möglichkeit, direkt vom Arbeitsplatz oder von zu Hause aus eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Sowohl Beratende als auch Klienten zeigten sich sehr zufrieden über diese neue Möglichkeit der Beratung.

Studieren und Arbeiten mit einer Behinderung oder chronischen Krankheit

Das am zweitstärksten genutzte Angebot an der ZHAW sind die Beratungen zum Thema «Studieren und Arbeiten mit Behinderung und chronischer Krankheit». Die Gespräche wurden primär von der Stabsstelle Diversity durchgeführt und durch dezentrale Angebote einzelner Departemente ergänzt. 81% der Anfragen kamen von Studierenden, inhaltlich standen im Zentrum der Gespräche ein Antrag auf Nachteilsausgleich oder die Suche nach individuellen Lösungen für ein Hochschulstudium. Erfreulich für die Umsetzung von Nachteilsausgleichsmassnahmen in den Departementen ist, dass die Studierenden bereits frühzeitig zu Beginn eines Studiums Kenntnis von dieser Möglichkeit erhalten und Massnahmen entsprechend zeitig ergriffen werden können. Bei der Beratung von Mitarbeitenden (6%) mit einer Behinderung ging es häufig um eine bessere Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und die Anschaffung von assistierender Technologie. Thema war aber auch wiederholt die Sorge um eine potentielle Kündigung des Arbeitsverhältnisses, sollte eine Erkrankung publik werden oder sich nicht massgeblich verändern. 13% der Beratungsanfragen kamen von Externen, vielfach Studieninteressierten oder anderen Hochschulen. Die Verteilung nach Art der Behinderung hat sich im Erhebungsjahr nur leicht verändert. Während in den Jahren zuvor Menschen mit einer Sinnesbehinderung (Mobilitäts-, Seh- oder Hörbehinderung) einen eher kleinen Teil der Anfragen ausmachten, hat sich die Kontaktaufnahme von diesen nun zum Teil deutlich erhöht.

Die Anfragen von Studierenden und Mitarbeitenden mit chronischen und psychischen Erkrankungen sind konstant geblieben. Ein Trend, dass diese Krankheiten zunehmen, setzt sich zumindest nicht bei der Anfrage um Unterstützungsmassnahmen fort. Eine Zunahme zeigte sich hingegen bei den Entwicklungsstörungen (Dyslexie und Dyskalkulie). Die Anfragen an Beratung stiegen diesbezüglich von 26 im Jahr 2016 auf 41 im Jahr 2017 an.

Fazit und Ausblick

Die Zahl der beratenen Personen ist auch im Jahr 2017 erneut gestiegen. Während die Nachfrage bei den Studierenden relativ konstant geblieben ist, hat sich die Anzahl der ratsuchenden Mitarbeitenden erhöht. Die einzelnen Beratungsdienstleistungen an der ZHAW erfreuen sich nach wie vor grosser Beliebtheit, auch wird das Angebot von den Nutzerinnen und Nutzern sehr geschätzt, was neben der konstant hohen Nachfrage auch eine Befragung seitens der psychologischen Beratungsstelle bestätigt. Mit der steigenden Anzahl geführter Gespräche steigen auch die Kosten. In dieser Hinsicht sollte in den kommenden Jahren geklärt werden, wie die Ressourcen dezentraler und zentraler Angebote bestmöglich genutzt werden, damit keine Doppelspurigkeiten entstehen. Auch wurde im zurückliegenden Jahr eine fachliche Weiterbildung für alle Beratungspersonen, welche an der ZHAW tätig sind, angeboten. Die Möglichkeit zur internen Weiterbildung stiess auf grosses Interesse und positive Resonanz.

Das vollständige Monitoring können Hochschulangehörige der ZHAW im Intranet abrufen, Externe wenden sich bei Interesse an die Stabsstelle Diversity: beratung@zhaw.ch

Geschrieben von: Dr. Annette Kahlen, 
Leiterin Stabsstelle Diversity ZHAW

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