Science Week: Naturwissenschaften mit garantiertem Spassfaktor

Vier Jugendliche schauen sich ein Modell an, dass die Funktionsweise von Wind-, Wasser- und Stromproduktion abbildet. Sie erfahren, wie sich das Wetter auf Stromproduktion auswirkt.

Am Modell wird erprobt, wie sich unterschiedliches Wetter auf die Wind-, Wasser- und Solarstromproduktion auswirkt.

Um Jugendliche für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu begeistern und auf Ingenieurberufe aufmerksam zu machen, bietet das Departement Life Sciences und Facility Management die Science Week an. Das Angebot richtet sich an Jungen und Mädchen zwischen 12 und 15 Jahren. Die Veranstaltung findet vom 8. bis 12. August in Wädenswil statt. Die Jugendlichen können zwischen sechs ganztägigen Kursen aus den Bereichen Chemie, Biotechnologie, Umwelt und Informatik auswählen.

Die Vielfalt der Themen in den angebotenen Workshops ist gross. Sie reichen von der Erzeugung erneuerbarer Energien bis zur Programmierung eines menschlichen Roboters. Alles ist altersgerecht aufbereitet, so dass die Jugendlichen einen schnellen Zugang bekommen und etwas selber ausprobieren können. Wer sich zum Beispiel für Biologie interessiert, kann einen Bioreaktor bauen und Hefezellen kultivieren. Wer an Lebensmitteln und deren Zusammensetzung interessiert ist, kann Kartoffelchips auf Fettgehalt und Proteine hin untersuchen. Das genaue Programm ist auf der Website eingestellt.

Zwei Mädchen untersuchen in einem Versuch die DNA von Pflanzenzellen.

Hier wird die DNA von Pflanzenzellen untersucht.

Damit auch die Eltern die ZHAW und die spannende Welt der Hochschulforschung besser kennenlernen können, gibt es am 10. August einen Parent’s Day. An diesem Tag werden die Mütter und Väter in einer Vorlesung viel Neues über das Thema „essbare Insekten“ erfahren. Im Anschluss können sie an einem der Workshops ihrer Kinder teilnehmen. Die Science Week wird zum dritten Mal durchgeführt. Im vergangenen Jahr haben 150 Schülerinnen und Schüler daran teilgenommen. Davon waren 55 Prozent männlich und 45 Prozent weiblich. Die Science Week erfreut sich grosser Nachfrage und wird entsprechend positiv von den Medien begleitet.

Der Anmeldeschluss ist der 22. Juli 2016. Zur Anmeldung geht es hier.

Die Veranstaltung steht unter dem Patronat der Schweizerischen UNESCO-Kommission. Die Projektleiterin ist Frau Azita Ambühl-Khatibi.

 Geschrieben von: Leonie Renouil, Stabsstelle Diversity ZHAW 

Flexible Arbeitsmodelle als Ausweg aus der Teilzeitfalle?

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Die Arbeitsorganisation an den Hochschulen, in der Wirtschaft und in der Verwaltung verändert sich kontinuierlich und bietet immer mehr Mitarbeitenden mehr Flexibilität. Die Studie SwissFlexWork 2014 der FHNW belegt, dass heutzutage bereits ein knappes Viertel der Beschäftigten in der Schweiz mobil arbeitet. Dies zeigt, welche Nachfrage besteht und es ist davon auszugehen, dass sich diese zukünftig weiterhin verstärken wird. Viele Organisationen haben bereits reagiert und bieten von Teilzeitmodellen, über Home Office, Job-Sharing, mobiles Arbeiten und neuen Arbeitsplatzkonzepten (ohne feste Zuordnung) bis zu Teilpensionierungsmodellen unterschiedlichste Möglichkeiten, um die Vereinbarkeit zwischen Beruf- und Privatleben zu verbessern.

Für die Mitarbeitenden sind flexible Arbeitsmodelle sehr attraktiv, jedoch gilt es zu beachten, dass sie bei einer Reduktion des Beschäftigungsgrades oft schlechtere Aufstiegsmöglichkeiten in Kauf nehmen müssen. Um diese Zusammenhänge zu untersuchen, lud die ZHAW als Gastgeberin den Verein Gleichstellungs-Controlling in den Technopark nach Winterthur ein. Der Verein engagiert sich unter der Leitung von Gudrun Sander seit mehr als zehn Jahren für ein Umdenken bei den Arbeitgebenden in Bezug auf das Diversity-Management und setzt sich für ausgewogene Geschlechterverhältnisse auf allen Führungsebenen ein. Die langjährige Sensibilisierungsarbeit trägt ihre Früchte und so trafen sich am 31. Mai 2016 Vertreterinnen und Vertreter unter anderem von AXA Winterthur, HEKS, Julius Bär, die Mobiliar, SBB, SRF sowie der Bundesverwaltung, einzelner Kantonsverwaltungen und Hochschulen, um sich über mögliche Auswege aus der Teilzeitfalle auszutauschen.

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Eine Antwort auf die Frage ob flexible Arbeitsmodelle aus der Teilzeitfalle führen, liefert die Studie CCDI-FIM der HSG (siehe Advance Future of Work Studie), die von Advance Women in Auftrag gegeben wurde. So konnte festgestellt werden, dass flexible Arbeitsmodelle keinen negativen Einfluss auf den Karriereaufstieg haben. Die Studie hat unter anderem auch ergeben, dass ein durchschnittlicher Mutterschaftsurlaub von 5.3 Monaten heute keine Karrierebremse mehr ist. Dafür haben aber das Alter, die Ausbildung, die Ergebnisverantwortung, die Sichtbarkeit durch wichtige Projekte und der Beschäftigungsgrad einen signifikanten Einfluss auf die Karriereaufstiegschancen. Deshalb ist es umso erschreckender festzustellen, dass nach Angaben der Studie bereits ein leicht reduziertes Arbeitspensum von 90% signifikant negative Effekte auf zukünftige Karrierechancen hat. Wer aufsteigen will, muss heutzutage weiterhin ein Arbeitspensum von 100% absolvieren. Dies macht klar, dass nur ein Kulturwandel ein Umdenken herbeiführen kann, um von der Präsenzorientierung zur Ergebniskultur zu kommen.

Arbeit ist eine Aktivität und kein Ort

Grundlegend werden folgende vier Faktoren als Hemmnis für die Einführung von flexiblen Arbeitsmodellen wahrgenommen: Angst vor Veränderungen, unbewusste Biases, mangelnde Kenntnisse und zu erwartende Anpassungsschwierigkeiten. Die Vorteile von flexiblen Arbeitsmodellen überwiegen jedoch in vielen Fällen, da das Vertrauensverhältnis der Mitarbeitenden steigt, sich die Arbeitszufriedenheit verbessert, weniger Krankentage anfallen und das Personal belastbarer wird. Das neue Arbeitsmodell im digitalen Zeitalter stellt in den Mittelpunkt, dass Arbeit eine Aktivität ist und kein Ort und dass der Fokus auf den Ergebnissen und weniger auf den geleisteten Arbeitsstunden liegen sollte (Quelle: Alison Maitland 2016). Es entsteht so etwas wie „Bindung durch Freiheit“. Die Mitarbeitenden werden immer selbständiger und die Verantwortung für die Arbeitsausübung wandert von der Organisation zu den Mitarbeitenden.

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Viele Organisationen interessieren sich für neue Arbeitsmodelle und deren Vorteile. Arbeitsplätze mit entsprechender Infrastruktur sind teuer, da kommt es gar nicht so ungelegen, wenn viele Mitarbeitende auch mal ein bis zwei Tage von zuhause arbeiten wollen und Arbeitsplätze geteilt werden können.

Die Mobiliar geht mit gutem Beispiel voran und hat mit einer Stichprobe von 150 Mitarbeitenden ausprobiert, wie es sich anfühlt, wenn man morgens ins Büro kommt und sich einen freien Arbeitsplatz aussuchen kann. Alle Dokumente sind digitalisiert, alle Mitarbeitenden verfügen nur noch über einen kleinen Wandschrank in Form eines Lockers für persönliche Dinge und schon starten sie ins neue Zeitalter des papierlosen und ortsungebundenen Büros…

 Geschrieben von: Leonie Renouil, Stabsstelle Diversity ZHAW 

Die Bilder wurden freundlicherweise von der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG zur Verfügung gestellt (Fotograf: Nik Hunger, Zürich).

Raum der Stille an der ZHAW

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Am 23. Februar wurde in der Hochschulbibliothek in Winterthur ein Raum der Stille eröffnet. Die Hochschulbibliothek wurde bewusst als Ort gewählt, denn sie ist nicht nur Bibliothek und Ort des Lernens, sondern auch ein Begegnungsort an der ZHAW. Das Bedürfnis nach einem Rückzugsort in einem oftmals hektischen Studien- und Arbeitsumfeld war schon seit einiger Zeit ausgewiesen, vor allem von Seiten der Studierenden. Losgetreten wurde die Idee von einem Studenten, der einen Ort zum Beten suchte. Selten, aber doch immer wieder werden an uns Anfragen zur Studien- oder Praktikumsdurchführung gerichtet, die in Zusammenhang mit einem religiösen Kontext stehen, wie zum Beispiel kann ein Praktikum mit Kopftuch absolviert oder muss eine Prüfung am Sabbat verschoben werden?

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Diese oder ähnliche Anfragen werfen bei der Lösungsfindung die Frage auf, ob praktizierter Glaube reine Privatsache ist und ob ‚Konfessions-neutralität‘ für eine Hochschule bedeutet, die Bedürfnisse ihrer Angehörigen auszublenden. Bei der Diskussion um das Angebot eines Raums der Stille wurde uns bewusst, wie die medial inszenierte Gewalt im Namen von Religion bereits Spuren in unserem Denken hinterlassen hat. Bei der Planung liessen Berichte aufhorchen, in denen andere Hochschulen von zu vielen Konflikten oder gar der Schliessung ihres „Raums der Stille“ berichten.

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Der Raum der Stille an der ZHAW ist allerdings keiner Weltanschauung gewidmet oder der Religionsausübung vorbehalten. Er ist konzipiert als überkonfessioneller Ort, welcher der zunehmenden Vielfalt der Hochschulangehörigen Rechnung trägt, denn unsere Hochschule wächst und wird immer internationaler. Er entstand aus der Überzeugung, dass es einen Ort der Einkehr und der Ruhe geben muss, einen Ort, an dem Studierende und Mitarbeitende sich über alle Unterschiede hinweg in Ruhe begegnen und verständigen können. Er orientiert sich an den persönlichen Bedürfnissen von Studierenden und Mitarbeitenden und dient zur Entspannung, zur Besinnung, um innerlich aufzutanken, zur Meditation oder für ein Gebet. Er bietet die Möglichkeit für einen kurzen Rückzug aus dem Alltag, sei es aus dem Prüfungsstress, aus schwierigen Arbeitssituationen, vor Lärm und Hektik.

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Mit dem Raum der Stille will die ZHAW einen weiteren Beitrag leisten zu einem attraktiven Hochschulleben, das geprägt sein soll von Toleranz, Wertschätzung und Dialog. Diese Werte gehören zu unserer Hochschulkultur ebenso wie Eigenverantwortung, Kreativität, Konfliktfähigkeit, Mitwirkung und die Einhaltung unserer Grundsätze von Diversity und Chancengleichheit.

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Die individuelle Nutzung eines Raums der Stille bedarf gegenseitiger Toleranz. Toleranz, die wir im Studien- und Arbeitsleben auch dadurch fördern wollen, dass es solche Rückzugsräume gibt. Um „Stille“ zu gestalten, wurde der Raum bewusst schlicht gehalten. Es stehen wenige Sitzelemente zur Verfügung und der einzige Blickfang an der Wand bildet eine Bildertrilogie, auf der von der Hamburger Künstlerin Gundi Wiemer in Zusammenarbeit mit Studierenden der als „Gebet der Vereinten Nationen“ bekannte Text des amerikanischen Dichters und Pulitzer Preisträgers Stephen Vincent Benét inszeniert wurde, welcher lautet:

„Unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im grossen Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen,
dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,
nicht von Hunger und Furcht gequält,
nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.
Lasst uns mutig und vorausschauend schon heute diesem Werk begegnen,
damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen.“

 Geschrieben von: Annette Kahlen, Leiterin Stabsstelle Diversity ZHAW 

… und noch etwas, das den meisten Menschen als persönlich durchlebte Herausforderung fremd bleiben wird …

«Schön, dass du bei uns bist…» waren die Worte eines Kollegen in den ersten Tagen meiner Tätigkeit an der ZHAW, «…da sind noch andere wie du und ich – hier ist es kein Problem, schwul oder lesbisch zu sein» meinte er. Im Bewerbungsgespräch am Departement Soziale Arbeit hatte ich offen über die langjährige Partnerschaft zu meinem Freund gesprochen als wir zu privaten Themen kamen. Nachdem ich in vorangehenden Anstellungen erst im Laufe der Zeit zu einem offenen Umgang mit meiner Homosexualität bereit war, wollte ich hier keine Maske aufsetzen und geschlechtsneutrale Begriffe wählen, wenn mit Vorgesetzten und Kolleginnen und Kollegen persönliche Themen angesprochen wurden. Die Zusprache des Kollegen, meine im Zuge vielfältiger Auseinandersetzungen und Konfrontationen gereifte Haltung und der wertschätzende Umgang der Kolleginnen und Kollegen machten es möglich, dass ich an der ZHAW schon einige Jahre authentisch und ohne Vorbehalt wirken und arbeiten kann – ein wichtiger und beglückender Schritt in meiner lebens- und berufsbiografischen Entwicklung; eine Passage, die heterosexuelle Menschen als persönlich durchlebte Herausforderung fremd bleiben wird.

Wobei ich der Meinung bin, dass sich Menschen im Zuge ihrer Persönlichkeitsentwicklung immer individuellen Herausforderungen stellen müssen. Soziale, kulturelle und politische Selbstverständlichkeiten der heteronormativen Welt sind in meiner Welt und der Welt vieler Schwulen und Lesben, in der Welt von Menschen, die sich physisch, psychisch und geistig jenseits traditioneller Geschlechterdefinitionen befinden, nur mögliche Varianten ihrer Persönlichkeit, ihrer sozialen, kulturellen, spirituellen und politischen Einstellung und Lebensgestaltung.

Einmal wurde ich gefragt, ob es Vereine ausschliesslich für homosexuelle Menschen heute wirklich noch brauche, als ich über meine Mitgliedschaft im «Network Gay Leadership» sprach. Dieser Frage stelle ich die Gegenfrage: «Braucht es heute wirklich eine Gesellschaft, die traditionelle Geschlechterrollen zur conditio sine qua non erhebt und die Augen davor verschliesst, wie vielfältig sich das Leben seit jeher in der Welt entfaltet? » Solange es Menschen und damit möglicherweise Mitarbeitende und Studierende an der ZHAW gibt, die es aufgrund ihrer Persönlichkeit als grosse Herausforderung erleben, in privaten und beruflichen Zusammenhängen authentisch zu sein, solange ist es gut, dass es soziale Räume gibt, die ihnen dieses authentische Verhalten ermöglichen. Solange in Gesellschaften darüber diskutiert, gestritten und abgestimmt wird, ob und in welcher Form Lebensentwürfe menschlichen Zusammenlebens gleichberechtigt oder dezidiert ungleich zu behandeln sind, solange wird es Organisationen brauchen, die sich sozialpolitisch und kulturell für mehr Gerechtigkeit engagieren und die Menschen, welche in der Gesellschaft bewusst oder subversiv stigmatisiert und benachteiligt werden, soziale Eingebundenheit ermöglichen.

 Geschrieben von: Eberhard Zartmann, Dozent am Zentrum Lehre Departement Soziale Arbeit der ZHAW 

Eine kleine Auswahl von LGBTI-Organisationen im Raum Zürich: HAZ Homosexuelle Arbeitsgruppen Zürich, Gay Students Zurich, Wybernet, network – Gay Leadership, Gaysport Zürich, Schmaz Schwuler Männerchor Zürich.

Wissenschaftliche Zugänge zur Thematik fördert das IQS Institut of Queer Studies, ein mit Universitäten, Hochschulen und Vereinen vernetztes Projekt zur Förderung und Bekanntmachung wissenschaftlicher Arbeiten und Erkenntnissen zu LGBTI-Themen sowie zum wissenschaftlichen Austausch und interdisziplinären Vernetzung.

Vom Tochtertag zum Nationalen Zukunftstag

Plenum NZ 2015

Am diesjährigen Zukunftstag haben an allen drei Standorten der ZHAW gut 220 Buben und Mädchen von Angehörigen der ZHAW teilgenommen. Sie alle waren neugierig zu erfahren, was an der ZHAW gelehrt und gearbeitet wird und ein jeder und eine jede von ihnen konnte das eigene Interesse in einer reichhaltigen Auswahl an Workshops der verschiedenen Fachbereiche erproben.

Matthias Plenum NZ 2015

Der Zukunftstag hat sich an der ZHAW längst zu einem beliebten Event im Jahreskalender etabliert, er hat innerhalb der ganzen Schweiz auch eine Erfolgsgeschichte: Initiiert wurde der Zukunftstag im Rahmen des von 1998 bis 2004 laufenden Lehrstellenprojekts 16+, einer Aktion der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten, als sogenannter „Vater-Tochtertag“, später dann als „Nationaler Tochtertag“. Er hatte zum Ziel, Mädchen Einblick in die Berufswelt klassischer Männerberufe zu geben und gleichzeitig die Väter für die Bedeutung der Berufswahl ihrer Töchter zu sensibilisieren. Eine Rückmeldung seitens der Eltern von Buben liess nicht lange auf sich warten. Sie kritisierten, dass ein solches Projekt Mädchen in Berufswahlfragen fördern und Jungen benachteiligen würde. Die Initiantinnen führten an, dass der Tag nicht als Berufsschnuppertag konzipiert sei, sondern als Gleichstellungsmassnahme. In den letzten Jahrzehnten habe sich wenig an der geschlechtstypischen Berufswahl geändert: Buben wählen überwiegend technische Berufe mit grossen Karrierechancen und Mädchen eher betreuerisch-erzieherische Berufe, die wenige Karrieremöglichkeiten offerieren. Es ginge auch darum, diesem Gefälle peu à peu entgegenzuwirken.

Mädchen und Technik 2 NZ 2015

Workshop Dolmetschen

Seit 2010 findet nun regelmässig am zweiten Donnerstag im November in der gesamten Schweiz jeweils der „Nationale Zukunftstag“ statt. Neben der Möglichkeit, Einblick in den Arbeitsalltag der Eltern oder einer nahen Bezugspersonen zu gewinnen und in Spezialprojekten die Berufswelt kennenzulernen, unterliegt ihm weiterhin die Grundidee, Mädchen und Jungen einen Seitenwechsel zu ermöglichen. Sie sollen losgelöst von starren Geschlechtsbildern auch untypische Arbeitsfelder und Lebensbereiche kennenlernen, um so ihre Zukunftsperspektiven zu erweitern. In diesem Sinne wurden auch an der ZHAW Workshop-Gruppen in den Bereichen Technik ausschliesslich aus Mädchen gebildet und im Bereich Gesundheit Gruppen, die nur aus Buben bestanden.

 Geschrieben von: Dr. Annette Kahlen, Leiterin Stabsstelle Diversity ZHAW 

Die ZHAW auf dem Weg zur hindernisfreien Hochschule

Um Menschen mit Behinderungen eine unabhängige Lebensführung und die volle Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen, ist unter anderem ein gleich-berechtigter Zugang zur physischen Umwelt zu gewährleisten. Dieser Anspruch, welcher beispielweise in der 2014 von der Schweiz ratifizierten UN-Behinderten-Rechtskonvention (Vgl. Art. 9 UN-BRK) geltend gemacht wird, erstreckt sich auch auf den Bildungsbereich. Die ZHAW orientiert sich an diesem Anspruch und hat sich mit einer baulichen Erhebung aller Gebäude unserer Hochschule auf den Weg gemacht – auf den Weg hin zu einer hindernisfreien Hochschule.

Vom Begriff der Hindernisfreiheit…

Was ist mit einer hindernisfreien Hochschule gemeint? Bevor die Resultate der Erhebung in einem kurzen Zwischenbericht vorgestellt werden, soll der Begriff der Hindernisfreiheit etwas genauer vorgestellt werden. Gemeinhin werden unter dem Begriff der Hindernisfreiheit primär die baulichen Aspekte einer Dienstleistung verstanden. Dieses Verständnis von Hindernisfreiheit greift jedoch zu kurz: Neben der baulichen Dimension gilt es hinsichtlich hindernisfreien (Bildungs-) Dienstleistungen stets auch betriebliche Aspekte zu berücksichtigen, wie die Art des Unterrichtes, die Modalitäten der Prüfungen (Stichwort: Nachteilsausgleich) oder die Ausgestaltung der hochschulergänzenden Angebote (Sportangebot, Wohnen …).

Der Begriff der Hindernisfreiheit wird oftmals synonym mit jenem der Barrierefreiheit verwendet. Letzterer ist jedoch etwas ungenau: Während Barrieren durchaus Sinn machen können (zum Beispiel als Sicherung bei einem Bahnübergang), stellen Hindernisse in jedem Fall eine Behinderung der vollen Teilhabe an der Gesellschaft dar. Diese Hindernisse gilt es abzubauen oder wenn immer möglich ganz zu beseitigen, um eine unabhängige Lebensführung an einer hindernisfreien Hochschule zu ermöglichen.

Die unabhängige Lebensführung soll hierbei allen Personengruppen möglich sein, unabhängig von der Art der Behinderung: Im Verständnis einer breiten Öffentlichkeit und (inkl. vieler Architektinnen und Architekten) wird die bauliche Dimension der Hindernisfreiheit zumeist auf Menschen mit Mobilitätsbehinderungen respektive auf Menschen in einem Rollstuhl verengt. Der gleichberechtigte Zugang zur physischen Umwelt für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen geht allzu oft vergessen. Ziel eines hindernisfreien Zuganges zu Bildungsangeboten ist jedoch die Gleichstellung aller Hochschulangehörigen.

… zu seiner Anwendung

Die Stabsstelle Diversity hat im vergangenen Jahr eine breite leitfadenbasierte Erhebung aller Gebäude der ZHAW durchgeführt. Jede Baute wurde, abhängig von ihrer Bauweise und der Nutzungsart seitens der ZHAW, nach rund 102 Gesichtspunkten in 13 Kategorien (Homepage, Anreise, Gebäudezugang, Alternativeingänge Zirkulation und Orientierung im Gebäude, Ausgestaltung der Treppenhäuser, Personenlifte, Unterrichtsräume, Büroräumlichkeiten, Mensen und Cafeterien, WC- Anlagen, Bibliothek, Informations-Anlagen, Fluchtwege) durchleuchtet.

Als Zwischenfazit kann gesagt werden, dass keines der (zumeist alten) Gebäude vollständig hindernisfrei ist. Viele Gebäude bieten jedoch aufgrund ihrer guten und durchdachten Bauweise Zugangsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen, auch wenn diese oftmals nicht benachteiligungsfrei sind, also zum Beispiel nur über grosse Umwege oder nicht selbständig genutzt werden können. In manchen Bauten wurden bereits Anpassungen realisiert, um die Hindernisfreiheit zu verbessern. Von wenigen Ausnahmen abgesehen beschränken sich diese jedoch einzig auf die Bedürfnisse von Menschen im Rollstuhl – Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen wurden von diesen Anpassungen zumeist nicht erfasst.

Die Resultate dieser Erhebung werden aktuell aufbereitet und sollen auf dem Internet allen Hochschulangehörigen zur Verfügung gestellt werden. Sollte Sie bereits jetzt konkrete Fragen zu einem Gebäude haben, kann die Stabsstelle Diversity gerne Auskunft geben. Wenden Sie sich bitte an Brian McGowan: mcgo@zhaw.ch

Zur Bedeutung der vollen Teilhabe im Bildungsbereich

Die aufbereiteten Daten werden die Grundlage bilden für eine Diskussion darüber, welche baulichen Massnahmen getroffen werden, um Hindernisse abzubauen oder sie in den meisten Gebäuden ganz zu beseitigen. Diese Massnahmen sind nicht nur für das Selbstverständnis und die Attraktivität der ZHAW von grosser Wichtigkeit, sondern auch in sozial- und finanzpolitischer Hinsicht bedeutsam: Mit Blick auf die aktuellen und wiederkehrenden IVG-Revisionsdebatten ist festzuhalten, dass die Ziele der Integration von Menschen mit Behinderungen in den Erwerbsbereich nur dann gelingen können, wenn alle Menschen gleiche Bildungschancen haben – ob mit oder ohne Behinderung.

 Geschrieben von: Brian McGowan, Stabsstelle Diversity ZHAW 

Strukturelle Diskriminierungen schränken unsere Handlungsmöglichkeiten ein

von Leonie Renouil (Stabsstelle Diversity ZHAW)
und Salome Schärer (Zentrum für Sozialrecht ZHAW)

Wie lassen sich strukturelle und institutionelle Diskriminierungen abbauen und welche Rolle spielen dabei die rechtlichen Grundlagen? Dies war eine der Fragen, die im Mittelpunkt der 3. Nationalen Tagung zum Diskriminierungsschutzrecht stand. Das ist eine wichtige Frage, denn strukturelle Diskriminierungen betreffen unseren Alltag und beeinflussen unsere Gestaltungsmöglichkeiten. Weiterlesen

Für mehr Flexibilität beim Arbeiten

Bild Home Office symbolisch

von Matthias Fehlmann, Stabsstelle Diversity ZHAW

Ich sitze gerade an unserem Esstisch – mein Home Office – und schreibe diese Zeilen. Eigentlich ein denkbar ungeeigneter und auf Dauer unbequemer Ort, um zu arbeiten. Mein Arbeitsweg beträgt mit dem Velo weniger als zehn Minuten und ich schätze den persönlichen Kontakt mit meinen Kolleginnen und Kollegen sowie unser Büro an der ZHAW sehr. Dennoch bin ich immer wieder froh, die Möglichkeit zu haben, von zuhause arbeiten zu können. Weiterlesen

Begehen oder Befahren – Ein Dialog und Exkurs

Brian McGowan ist neuer Mitarbeiter der Stabsstelle Diversity, zuständig für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen an der ZHAW. Er ist Historiker, hat zuvor die Fachstelle Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen der Stadt Bern geleitet und benutzt einen Elektrorollstuhl. Soweit besteht Klarheit. Folgender Dialog zeigt auf, wo zuweilen noch Unklarheiten und Unsicherheiten bestehen. Und wie solche am einfachsten behoben werden. Weiterlesen

Los geht’s! – Die etwas andere Führungsausbildung

Möchten Sie von der Erfahrung (dienst-)älterer Führungspersönlichkeiten der ZFH profitieren? Sind Sie bereit sich selbst zu reflektieren? Haben Sie Lust auf Führung? Beschäftigen Sie sich unter anderem auch mit Fragen wie zum Beispiel „Was erwartet mich als Führungskraft im Hochschulumfeld?“ oder „Was würden Frauen gerne anders machen in der Führung?“ bzw. „Würden Frauen etwas anders machen?“.
Für das Programm „mentoring fff – Frauen für Führungspositionen“ 2015 sind noch Plätze frei!

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