Mentale Stärke für Frauen – mit diesen Techniken programmieren Sie Ihr Denken auf Selbstbewusstsein und Erfolg

Kennen Sie das Hochstaplersyndrom? Es steht für Menschen, die trotz hoher Begabung und ausgezeichneter Leistung an den eigenen Fähigkeiten zweifeln. Meist sind es Frauen, die meinen, nur durch Zufall in einer guten beruflichen Position gelandet zu sein. Insgeheim sind sie davon überzeugt, nicht kompetent genug und daher nicht für ihre Rolle legitimiert zu sein. Zahlreiche durchaus sehr fähige Frauen bremsen sich durch diese – oft unbewusst ablaufenden – Denkmuster selber aus: Bei Beförderungen halten sie sich dezent zurück, stattdessen kommt der junge, noch unerfahrene Kollege zum Zug. Jobwechsel werden aus Angst, der neuen Aufgabe nicht gewachsen zu sein, vermieden. Studien zeigen, dass Frauen sich erst bei 80 Prozent Übereinstimmung mit dem Anforderungsprofil auf eine Stelle bewerben. Männer hingegen schicken ihren CV bereits bei 40 bis 50 Prozent Deckungsgleichheit ab. Während die selbstbewussteren Kollegen also die Karriereleiter erklimmen, sind Frauen noch damit beschäftigt, ihre Leistung zu optimieren. Und sind trotz allem nie wirklich mit sich zufrieden. Zudem sind latente Selbstzweifel nicht nur karrierehemmend, sie fressen auch Kraft und Energie. Die gute Nachricht: Selbstvertrauen lässt sich trainieren!

Im Bild ist eine Frau zu sehen, die freundlich lächelt.

Maria Stepanek ist als Coach, Trainerin und Moderatorin tätig.

Fokussieren Sie auf Ihre Stärken

Verlagern Sie Ihre Aufmerksamkeit: Weg von Defiziten und Schwächen, hin zu Ihren Fähigkeiten und Talenten. Die Fokussierung auf Ihre Stärken setzt Dopamin und Adrenalin im Körper frei. Diese Botenstoffe sorgen für Wohlbefinden und steigern das Selbstvertrauen sowie die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Damit einher gehen Mut und Zuversicht: Herausforderungen werden nicht nur angenommen, sondern auch proaktiv gesucht. Daraus ergibt sich eine positive sich selbst erfüllende Prophezeiung: Selbstvertrauen führt zu Erfolg. Erfolgserlebnisse stärken die Selbstsicherheit.

Also, legen Sie am besten gleich los: Konzentrieren Sie sich ganz bewusst auf Ihre Stärken. Überlegen Sie: Was habe ich in meinem Leben bereits erreicht? Welche meiner Fähigkeiten habe ich dabei eingesetzt? Lesen Sie alte Arbeitszeugnisse auf Kompetenzen und Stärken hin durch. Bitten Sie Ihre Freunde, Ihnen Feedback zu geben: Was finden Sie an Ihnen toll? Führen Sie Tagebuch über Ihre Erfolge: Was ist mir heute gut gelungen? Worauf bin ich stolz? Lesen Sie sich die Antworten immer wieder mal durch. Sie finden diese Übung kindisch? Mag sein. Hauptsache, sie wirkt.

Visieren Sie die Zukunft an

Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie erreichen wollen. Attraktive Ziele verleihen Ihrem täglichen Tun Sinn und geben Ihnen Kraft und Energie. Eine Vision, die Sie innerlich berührt, stärkt Ihr Selbstvertrauen und hilft Ihnen über Unsicherheiten und Zweifel hinweg. Aus der Gehirnforschung wissen wir: Unsere Gedanken und Gefühle spiegeln sich in Nervenzellen-Verknüpfungen wider. Je öfter wir ein neuronales Netz nutzen, desto stärker wird es und desto leichter springt es an. Befassen Sie sich daher intensiv mit motivierenden Erfolgsbildern. Drehen Sie mentale Zukunftsfilme und tauchen Sie mit allen Sinnen darin ein. Mal angenommen, sie hätten Ihren Doktortitel bereits in der Tasche, oder Sie hätten das perfekte Gleichgewicht zwischen Familie und Job gefunden, oder Ihr Traum hätte sich verwirklicht und Sie haben sich selbstständig gemacht: Wo sind Sie und was tun Sie da? Wer ist bei Ihnen? Wie ist die Stimmung? Welche Geräusche, Geschmäcker und Gerüche nehmen Sie wahr? Wie sind Ihre Gestik und Mimik? Wie fühlen Sie sich? Jetzt, wo Sie Ihr Ziel erreicht haben: Was sagen Sie da zu sich selbst?

Das intensive, sinnesspezifische Erleben zukünftiger Erfolge richtet Ihre neuronale Landkarte auf Mut, Zuversicht und Selbstvertrauen aus. Zweifel treten dadurch automatisch in den Hintergrund. Sowohl bewusst als auch unbewusst werden Sie Schritte setzen, die Sie Ihren Zielen näher bringen.

Machen Sie sich körperlich stark

Körper und Geist hängen eng zusammen. Unsere Stimmung beeinflusst unsere Körperhaltung: Wer traurig oder entmutig ist, lässt die Schultern hängen. Nervosität verursacht weiche Knie. Wer sich hingegen stark und sicher fühlt, geht mit breiter Brust und erhobenen Hauptes durch die Welt. Doch das Spiel funktioniert auch andersherum: Sie können mit Ihrer Körperhaltung bewusst Ihr emotionales Befinden steuern. Versuchen Sie doch mal, die Schultern hängen zu lassen und sich dabei gut zu fühlen. Oder die Arme in die Luft zu strecken, das Gesicht zum Himmel zu wenden und dann, mit einem Lächeln auf den Lippen, zu sagen: „Ich fühle mich so schlecht“. Geht nicht? Genau! Ihr Körper wirkt sich unmittelbar auf Ihre Stimmung aus. Jeder Mensch hat Körperhaltungen und Bewegungen, die ihm Kraft und Selbstvertrauen verleihen. Finden Sie diese für sich heraus und nehmen Sie sie ganz bewusst immer wieder ein.

Sagen Sie Ihren Zweifeln „Halt!“

Wer schon mal versucht hat, Ängste und Zweifel wegzumachen, der weiss: Gedanken zu unterdrücken, funktioniert, wenn überhaupt, nur für sehr kurze Zeit. Sie ploppen dann an anderer Stelle, meistens umso heftiger, wieder hoch. In einem professionellen Coaching setzen Sie sich mit Ihren Selbstzweifeln auseinander, erkennen deren positive Funktion und trainieren den Umgang mit ihnen. Mit den entsprechenden Techniken lassen sich innere Stimmen nämlich durchaus steuern! Als Erste-Hilfe-Massnahme empfehle ich Ihnen: Grenzen Sie immer wiederkehrende, zermürbende Gedanken, einfach ab. Atmen Sie dazu tief ein und aus und schieben Sie die Gedanken mit den Händen entschieden von sich weg. Stellen Sie sich zusätzlich ein Stopp-Schild vor, so wie Sie es aus dem Strassenverkehr kennen und sagen Sie laut und deutlich Stopp! So halten Sie Ihre Selbstzweifel auf Distanz und verschaffen sich Denk- und Handlungsspielraum. Testen Sie es: Welche Veränderung spüren Sie? Fühlen Sie sich freier? Können Sie besser atmen? Verspüren Sie mehr Kraft? Haben Sie klarere Ideen?

Bleiben Sie dran

Das menschliche Gehirn ist bis ins hohe Alter lernfähig. Egal ob Sie 17 oder 87 sind, Sie können jederzeit damit beginnen, Ihr Selbstvertrauen in Form zu bringen. Was Sie dazu benötigen, sind Freude an der Weiterentwicklung und ein bisschen Geduld. Neuronale Verbindungen sind wie ein Muskel: Regelmässiges Training macht sie stark, doch auch der schönste Trizeps wächst (leider!) nicht über Nacht. Erste positive Veränderungen sind meist sehr rasch spürbar, aber in der Regel braucht der nachhaltige Aufbau neuer Denk- und Verhaltensmuster ein wenig Ausdauer und Geduld. Bleiben Sie dran und freuen Sie sich über Zwischenerfolge. Klopfen Sie sich ruhig mal anerkennend auf die Schultern und gönnen Sie sich ein freundschaftliches „Gut gemacht“. Damit aktivieren Sie das Belohnungszentrum in Ihrem Gehirn, das gibt Ihnen zusätzlichen Drive und Motivation. Und vielleicht wollen Sie sich schon mal vorab überlegen: Was wird alles möglich, wenn Sie voller Selbstvertrauen auftreten und zu Ihrer wahren Grösse erblühen?

Geschrieben von: Maria Stepanek, Systemischer Personal 
und Business Coach, Trainerin und Moderatorin

3 Gedanken zu „Mentale Stärke für Frauen – mit diesen Techniken programmieren Sie Ihr Denken auf Selbstbewusstsein und Erfolg

    • Vielen Dank für das positive Feedback, dass ich der Autorin weitergeleitet habe. Wer sich mit dem Thema weiter beschäftigen möchte, kann ich das Buch „Mentale Stärke – Was wir von Spitzensportlern lernen können“ von Antje Heimsoeth sehr empfehlen. Darin wird einfach und anschaulich erklärt, wie wir mit der Kraft unserer inneren Bilder und Fokussierung auf unsere Stärken zu mehr Selbsterfüllung sowohl beruflich als auch privat gelangen können.

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