Home Office – grosse Freiheit und verschwimmende Grenzen

Heute jährt sich zum fünften Mal der nationale Home Office Day. Die Organisatorinnen und Organisatoren rufen dazu auf, vermehrt im Home Office oder von unterwegs zu arbeiten. Denn durch arbeitsplatzunabhängiges Arbeiten kann Produktivität und Lebensqualität gefördert werden, auch werden gleichzeitig die Umwelt und die Verkehrsinfrastruktur geschont. Doch wie sieht es mit Home Office oder  dem Arbeiten von unterwegs an der ZHAW aus?

Eine offizielle Statistik zum Thema gibt es bislang nicht. Hört man sich jedoch um, erfährt man schnell, dass Home Office und von unterwegs aus Arbeiten weit verbreitet sind – durch alle Personalkategorien hindurch. Sogar in den Führungsetagen wird an gewissen Tagen und wenn es die Arbeit zulässt, von zu Hause aus gearbeitet – je nach Art der Arbeit fällt das Erledigen von zu Hause aus oder von unterwegs sogar leichter. Das zeigt, dass es nicht, wie oft angenommen, nur eine von Personen mit Betreuungsverpflichtungen in Anspruch genommene Arbeitsform ist. Prüfungen korrigieren, Berichte verfassen oder komplizierte Dateien bearbeiten, fällt vielen in der Ruhe der eigenen vier Wände leichter.

Mobiles oder virtuelles Arbeiten, wie es auch genannt wird, erleichtert vielen die Organisation des Alltags. Die Rede ist nicht mehr einzig von Work-Life-Balance sondern immer öfter von Work-Life-Integration. Privat- und Berufsleben können durch die Möglichkeit,  die Arbeit orts-und zeitunabhängig zu gestalten sowie selbstständig einzuteilen, besser koordiniert werden und fliessen immer stärker ineinander. Doch hat das nur Vorteile? Oft sind die Grenzen so fliessend, dass es schwierig ist, sich abzugrenzen und z.B. wirklich „Feierabend“ zu machen. Ständige Erreichbarkeit aufgrund der technischen Möglichkeiten führt schnell zu ständigem Arbeiten und seltenerem Abschalten. Ein möglicher, negativer Effekt: (mehr) Stress.

Eure Meinung interessiert uns, schildert uns eure Erfahrungen! Wir möchten ein besseres Bild der Praxis von Home Office und Arbeiten von unterwegs aus an der ZHAW gewinnen und so die Rahmenbedingungen der Hochschule wo nötig verbessern helfen. Wie haltet ihr es mit der virtuellen Arbeit? Wann und warum arbeitet ihr im Home Office oder von unterwegs? Wie oft? Wo liegen in euren Augen die Vorteile, wo die Herausforderungen?

3 Gedanken zu „Home Office – grosse Freiheit und verschwimmende Grenzen

  1. Wer kennt sie nicht, solche oder ähnliche Situationen? Der Hort schliesst um vier, die Kinder müssen abgeholt werden und gleichzeitig sollte auch noch ein Bericht bis zum nächsten Tag fertig geschrieben sein. Oder der Arbeitsweg mit dem ÖV beansprucht täglich mehr als zwei Stunden und wenigstens einmal pro Woche wäre man froh, diese Fahrtzeit für den Haushalt nutzen zu können.
    Sowohl am Arbeitsplatz wie auch im Privatleben gibt es viele feste Strukturen, die wir nur bedingt verändern können. Und dennoch gibt es immer wieder Möglichkeiten, Arbeit und Privatleben zeitlich und räumlich anders zu gestalten und so den vielfältigen Verpflichtungen und Ansprüchen dem Arbeitgeber, unseren Familien und uns selbst gegenüber optimaler gerecht zu werden.
    Home Office ist eine dieser Möglichkeiten und ich bin froh, dass diese nutzen zu können und zu dürfen!
    Annette Kahlen, Leiterin Diversity ZHAW

  2. Sicherlich kann arbeitsplatzunabhängiges Arbeiten die Planung des Alltags für alle Arbeitnehmer enorm erleichtern. Dass die ZHAW dies ermöglicht ist auch sehr positiv. Allerdings hat sie dadurch meiner Meinung nach die Verantwortung, Empfehlungen oder sogar klare Vorgaben auszusprechen, inwiefern eine solche Work-Life-Integration aussehen soll oder kann. Die Tipps, Empfehlungen und auch die Checklisten zur Selbstevaluation auf der ZHAW-Homepage sind sicherlich ein guter Start, jedoch noch zu wenig bekannt: http://www.project.zhaw.ch/de/zhawprojects/virt-arb/die-tools.html.
    Durch die Zunahme des arbeitsplatzunabhängigen Arbeitens sollte eventuell sogar über ein entsprechendes Reglement nachgedacht werden, auf das sich die Arbeitnehmer berufen können. Oder besteht so etwas bereits?

    • Ein entsprechendes Reglement besteht noch nicht. Wir sind jedoch dabei verschiedene Möglichkeiten zu prüfen. Auch uns erscheint es wichtig, dass Arbeitgeber_innen nicht nur die technischen Möglichkeiten zur Verfügung stellen. Wichtig ist auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Notwendigen Kompetenzen und Informationen zu geben. Ein bewusster Umgang, insbesondere mit den Herausforderungen virtueller Arbeit, ist ausschlaggebend und es ist uns ein Anliegen, diesen zu fördern.

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