Diversity als Erfahrungsraum erleben mit den Kulturtagen am Departement N

Piazza San Carlo

Die Kulturtage, an denen wir jeweils für drei Tage ins nahe Ausland reisen, haben eine lange Tradition am Departement N. In den vergangenen Jahren haben wir mit bis zu 350 Studierenden Städte wie Heidelberg, Strassburg, Florenz und Freiburg bereist. Im Frühjahr 2017 sind wir nach Turin gefahren. In Gruppen lernen die Studierenden die Stadt unter einem bestimmten Blickwinkel kennen. Gastronomie, Architektur, Naturwissenschaften und Sport sind Beispiele für Bereiche, mit denen sich die Teilnehmenden je nach Interesse beschäftigen. Gruppenthemen sind beispielsweise «Fremd», «Streetart», «Fussball und Religion», verschiedene kulinarische Themen und vieles andere mehr.

Einer der unzähligen Hinterhöfe in Turin

Neue Erfahrungsräume
Die Kulturtage sollen den Studierenden innerhalb ihrer naturwissenschaftlich-technisch-wirtschaftlich ausgerichteten Studiengänge einen komplementären Erlebnis- und Erfahrungsraum eröffnen, ihnen einen Perspektivenwechsel ermöglichen und ihr Interesse an kulturell-gesellschaftlichen Themen wecken. Es geht auch darum die intellektuelle und sinnliche Kreativität in einem ungewohnten Kontext anzuregen.Turin ist eine Stadt, die diesen ungewohnten Kontext in vielerlei Hinsicht bietet, denn Turin ist voller Gegensätze und bietet viel Raum für unerwartete Erlebnisse und überraschende Begegnungen. Selbst einmal Hauptstadt von Italien und geprägt durch die Savoyer Architektur und Kultur war die Stadt aber auch langjähriger Hauptsitz und Produktionsstätte von FIAT (Fabbrica Italiana Automobile Torino). So treffen Hochkultur auf Industrie, wohlhabende norditalienische Familien auf süditalienische «Gastarbeiter» sowie auf ihrem Weg nach Nordeuropa gestrandete Flüchtlinge.

Abtauchen in andere Realitäten
Auf unserem kurzen Besuch fällt vielen auf, dass, nur ein paar Kilometer von der Schweiz entfernt, eine ganz andere Realität herrscht. Die teils fast schon musealen Strassenbahnen sind übervoll mit hauptsächlich dunkelhäutigen Menschen aus fernen Ländern sowie alten Italienerinnen und Italienern. Der Umgang ist rau, es wird geschubst und gedrängelt und doch verwickelt einen ein Signore, der im bekannten ägyptischen Museum arbeitet und stolz seinen Ausweis mit Foto zeigt, in ein Gespräch und berichtet von der Geschichte eines Landes, das er selber nie besucht hat, aber seit Jahren tagtäglich den Touristinnen und Touristen zeigt, die «sein» Museum besuchen.

Begegnungen und Austausch

Die Kulturtage ermöglichen es, Diversity zu erfahren, zu reflektieren und zu diskutieren. Das gemeinsam Erlebte prägt die Studierenden über ihr Studium hinaus und wird von vielen als wichtiger Moment des Austauschs in Erinnerung behalten.

 Geschrieben von: Caroline Ulli, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Departement N der ZHAW 

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