Fachartikel „BICAR – neue Dimensionen für die urbane Shared Mobility“

iv_blogDie Nutzung öffentlicher Fahrzeugflotten gewinnt immer mehr an Akzeptanz. Sollen die drängenden urbanen Verkehrsprobleme jedoch zielführend adressiert werden, bedarf es ergänzender Gestaltungskonzepte im Sharingmarkt. Mit dem Mobilitätskonzept BICAR hat die School of Engineering der ZHAW nun einen solchen innovativen Ansatz vorgestellt, der 2016 im Flottenbetrieb getestet werden soll. Wie diese pragmatischere Verkehrsmittelnutzung konkret aussehen soll, haben Salome Berger, Adrian Burri und Thomas Sauter-Servaes in ihrem Beitrag “BICAR – neue Dimensionen für die urbane Shared Mobility” für das Heft 3/2015 des Fachmagazins “Internationales Verkehrswesen“ vorgestellt. Dieser Artikel ist nun online kostenfrei verfügbar.

BICAR meets KYBURZ

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BICAR ist als Forschungsplattform konzipiert. Darum stehen wir in intensivem Austausch mit anderen Entwicklern, die mit innovativen Denkansätzen die Mobilität bereichern. Zuletzt haben wir uns mit dem Kyburz-Team getroffen. Kyburz Switzerland hat sich inzwischen unter anderem mit seinen Postfahrzeugen im Markt der E-Mikromobile etabliert. Beim gemeinsamen „Fahrabend“ haben wir unsere Fahrzeuge gegenseitig genau unter die Lupe genommen.

Danke an das gesamte Kyburz-Team für den gelungenen Gedankenaustausch!kyburz_02kyburz_03

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BICAR begeistert beim World Congress of Collaborative Mobility

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Am 25./26. Juni fand in Innsbruck die dritte Ausgabe des World Congress of Collaborative Mobility (wocomoco) statt. In den vergangenen Jahren hat sich die Veranstaltung zu einem der bedeutendsten Branchentreffen im Bereich Carsharing, Ridesharing & Bikesharing entwickelt. Auch in diesem Jahr wurden wieder zahlreiche neue Entwicklungstrends präsentiert. Mit dabei das BICAR, das in der Meet&Greet-Area neben etablierten Marktgrössen wie mobility und nextbike zu sehen war.

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mobility & BICAR präsentierten sich den wocomoco-Teilnehmern

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wocomo hat sich als internationaler Branchentreffpunkt zum Thema kollaborative Mobilität etabliert

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Auch der TCS, das Gastgeberland Tirol und die movmi-Branchenexpertin aus Vancover informierten sich über Einzelheiten zum BICAR

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wocomoco-Organisator und Direktor der Mobilitätsakademie Dr. Jörg Beckmann testete ausgiebig das neue Vehikel – und hatte sichtlich Fahrspass

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Jerome Pourbaix, Head of Policy beim einflussreichen Internationalen Verband für öffentliches Verkehrswesen (UITP) in Brüssel war ebenfalls begeistert vom BICAR

 

Making-of zum BICAR-Gewinnspiel der Energie-Experten

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Auf der Informationsplattform „Energie Experten“ startet in Kürze ein Gewinnspiel zum Thema Mobilität & Energie. Im Mittelpunkt steht dabei das BICAR, das schon jetzt auf dem Portal rund um das Thema Energie mit einem eigenen Artikel vertreten ist.

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Heute fanden die Dreharbeiten zu dem Videoclip statt, der das Gewinnspiel begleiten wird. Dabei machte das BICAR bei strahlendem Sonnenschein eine hervorragende Figur. An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an das Energie-Experten-Team und die Produktionsfirma INM AG für die tolle Zusammenarbeit.

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Tag der offenen BICAR-Werkstatt

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12. Juni 2015 – Tag der offenen BICAR-Werkstatt

Anlässlich der diesjährigen Aktionswochen rund um den „Tag der Elektromobilität“ am 16. Juni ermöglicht das BICAR-Team einen Blick hinter die Kulissen. Am 12. Juni 2015 öffen wir in der Zeit zwischen 10.00 und 11.30 Uhr allen Interessierten unsere Werkstatttüren und stehen für alle Fragen rund um das BICAR zur Verfügung. Natürlich kann auch der BICAR-Prototyp besichtigt werden.

Die Veranstaltung findet in den Werkstätten des Zentrums für Produkt- und Prozessentwicklung (ZPP) statt. Detail zur Anreise entnehmen Sie bitte dem Lageplan. Anwesend sein werden u.a. der Koordinator der Forschungsplattform Hans-Jörg Dennig sowie der Studiengangleiter Verkehrssysteme, Thomas Sauter-Servaes. Weitere Events rund um die Elektromobilität finden Sie bei Swiss eMobility.

Urbane Mobilität von morgen

Die Mobilitätswelt 2020 wird nicht vollkommen anders aussehen als heute. Fliegende Autos sind ebenso wenig in Sicht wie die kollektive Einsicht zum Komplettumstieg auf umweltfreundliche Verkehrsalternativen. Verkehrsinfrastrukturen verändern sich nicht von heute auf morgen und neue Technologien benötigen ihre Zeit, um den kritischen „point of no return“ zu erreichen. Ein kurzer Seitenblick auf die Bemühungen zur Einführungen der Elektromobilität veranschaulicht dies eindrücklich.

Nutzungsinnovation statt Systemumbau

Trotzdem zeichnet sich schon heute ab, dass gerade in Stadträumen eine veränderte Mobilität notwendig und bald Realität sein wird. Grund hierfür sind die verschiedenen Entwicklungstrends bei den verkehrsinduzierenden als auch -hemmenden Randbedingungen. Die mittelfristig konstanten Parameter wie insbesondere die bauliche Infrastruktur bilden dabei einen stabilen Rahmen. Sie führen dazu, dass sich die Transformation des Verkehrs innerhalb des so definierten Spielfelds vor allem als Nutzungsinnovation manifestiert. Dabei wird anders als bei der Systeminnovation keine neue integrierte Systemarchitektur aufgebaut (Beispiel: Magnetschwebebahn), sondern intelligent das vorgefundene Bestandsumfeld für eine neue Nutzung erschlossen. Diese Strategie erfordert meist geringere Investitionen und ist schneller umsetzbar als ein vollständiger Systemumbau.

Was sind jedoch die entscheidenden Treiber für die Veränderung wichtiger Randbedingungen? Im Folgenden werden jeweils vier herausragende Faktoren benannt, welche die Gesellschaft entweder aus ihren habitualisierten Mobilitätsmustern herauslocken (sog. Pull-Faktoren) oder sie mehr oder weniger unsanft aus diesen herausdrängen. (sog. Push-Faktoren).

Herausforderung: Vier PUSH-Faktoren verändern den urbanen Verkehrsmarkt

Klimaziele: Die Europäer haben sich ein ambitioniertes Klimaziel gesetzt. Bis 2020 sollen die Kohlendioxidemissionen um 20 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 gesenkt werden. Aktuell ist der Sektor Verkehr jedoch der einzige Bereich, der bezogen auf alle europäischen Länder im Vergleich zu 1990 sogar ansteigende Emissionen aufweist. Soll diesbezüglich eine Trendwende erzielt werden, sind gesetzliche Einschränkungen im Verkehrsbereich quasi unabdingbar.

Aufenthaltsqualität: Lärm und lokale Schadstoffemissionen sind zunehmend Gegenstand bürgerlichen Widerstands gegen geplante Infrastrukturprojekte oder bestehende Ist-Situationen. Flug- und Bahnlärm, Feinstaub- und Dieselrussbelastungen werden nicht mehr still akzeptiert, sondern immer öfter Verkehrseinschränkungen und teure Nachrüstungen politisch erzwungen.

Mobilitätskosten: Nicht nur die Internationale Energieagentur geht in verschiedenen Szenarien von stark steigenden Ölpreisen aus. Insgesamt ist sich eine Vielzahl der aktuellen Mobilitätsszenarien darin einig, dass Verkehr zukünftig deutlich teurer wird. Je ineffizienter die energetische Nutzung (schwere Fahrzeuge, geringe Auslastung, Verbrennungsmotor,…), desto stärker der Preisschub.

Flächenkonkurrenz: Eine tatsächliche Urbanisierungsbewegung ist vor allem für die grossen Agglomerationen in den aufstrebenden Staaten Asiens, Südamerikas und Afrikas zu attestieren. Doch auch in Europa kommt es in den attraktiven urbanen Lagen zu einer weiteren Verdichtung in den Stadtgebieten. Entsprechend nimmt die Flächenkonkurrenz zu. Auch Verkehrsflächen werden zukünftig nicht angetastet bleiben und insbesondere der flächenintensive Personenwagen stärker hinterfragt werden (was nicht zuletzt zu einer weiteren Kostensteigerung führen wird, siehe Punkt 3).

Chancen: Vier PULL-Faktoren eröffnen Möglichkeiten für neue Angebote

Digitalisierung: Das mooresche Gesetz lebt, die Digitalisierung nimmt auf diesem Nährboden stetig zu. „Always on(-line)“ ist für die überwiegende Anzahl der Bewohner von Industrie- und Schwellenländern gelebter Standard. Smartphones bilden die entscheidende Brücke zwischen allen Verkehrsangeboten – sowohl hinsichtlich der Information als auch der Abrechnung. Nie war die Nutzung öffentlicher und quasi-öffentlicher (z.B. Ridesharing) Verkehrsoptionen einfacher.

Neue Statussymbole: Das Auto verliert immer stärker seine Stellung als herausragendes Statussymbol. Was sich bereits heute in der Statistik junger urbaner „Digital Natives“ abzeichnet, setzt sich bis 2020 unverändert fort. Damit schwächt sich der Nutzungsautomatismus Fortbewegen = Autofahren entscheidend ab.

LOHAS-Bewegung: Der “Lifestyle of Health and Sustainability” ist eine feste Grösse in der Gesellschaft des Jahres 2020. Wenn jedoch Gesundheit mehr und mehr den Stellenwert einer Ersatzreligion erlangt, steigen auch die Chancen für aktive Mobilitätsformen deutlich an. Wer sich zu Fuss bewegt ist nicht mehr in der Opferrolle einer automobil geprägten Gesellschaft, sondern gehört zu den cleveren Trendsettern.

Velotrend: Weltweit wird die Bewegung auf zwei muskelkraft-betriebenen Rädern wiederentdeckt. In Städten wie London, New York oder Paris, die jahrelang ein Synonym für das Velofahren als suizidalem Akt waren, stehen heute die grössten städtischen Veloverleihsysteme. London denkt gar über so genannte SkyCycle-Velorouten nach, ein eigenes Veloinfrastrukturnetz, das zum Teil oberhalb bestehender Strassen errichtet werden soll.

In der Summe ergibt sich somit ein Bild, in dem das BiCar ein mit vielen Randbedingungen kompatibles Mosaiksteinchen zukünftiger Mobilität bildet.