links: Lesetechnik SQ3R; Mitte: Brainstorming-Resultate Störfaktoren; rechts: Semesterplan

links: Lesetechnik SQ3R; Mitte: Brainstorming-Resultate Störfaktoren; rechts: Semesterplan

Vorlesungen, Seminare, Hausaufgaben, Lektüren, Nebenjob, Privatleben. Das Leben von Studentinnen und Studenten kann man öfters in drei Worten zusammenfassen: der pure Stress. Deshalb entstand im Rahmen einer Studierendenarbeit des Moduls „Projektmanagements“ die Idee für einen neuen Workshop.

Aus der Idee wurde Wirklichkeit: Für Montag, 14. November 2016, organisierte die Studiengangleitung des Bachelor Angewandte Sprachen einen Workshop zum Thema „Arbeitsorganisation im Studium“. Dr. phil. Alba Polo, Psychologin an der Psychologischen Beratungsstelle der Universität und der ETH Zürich sowie in eigener Praxis, übernahm die Leitung. Das Pilotprojekt lockte zahlreiche Studentinnen und Studenten in den Vorlesungssaal, alle mit der brennenden Erwartung, als Organisationsgenies den Saal wieder verlassen zu können. Mit den folgenden drei Punkten, zusammengestellt aus dem Referat von Frau Polo, sollte euch da auch nichts mehr im Weg stehen.

Punkt eins: Grundeinstellung

Alles beginnt mit der geistigen Grundeinstellung. Nehmt euch einen Moment Zeit und werdet euch bewusst, was genau ihr lernen wollt und welche Störfaktoren euch daran hindern, dies erfolgreich zu meistern. Vergesst nicht: Jeder Mensch funktioniert anders. Versucht herauszufinden, wie ihr am produktivsten sein könnt. Vielleicht habt ihr eine geistige Prime-Time, also eine Tageszeit, in der ihr besonders gut arbeiten könnt. Eventuell ist Color-Coding euer Ding? Oder kommt ihr am besten in Gesellschaft einer Lerngruppe weiter? Hier gilt: Probieren geht über Studieren.

Punkt zwei: Planen

Planung ist der Schlüssel zu einem stressfreien und so auch zu einem zufriedenen Studierendenleben. „Sie sind Ihr eigener Manager und entscheiden, wann Sie was tun“, betonte Frau Polo mehrmals im Verlaufe des Abends. Empfohlen wird, einen Semesterplan zusammenzustellen, welcher auf eurem Lernprozess basiert. Dieser kann in sieben Teile aufgeteilt werden: Lernziele setzen, Material sammeln, Erarbeitung, Strukturierung, Memorierung, Repetition und Pufferzeit. Schön und gut, das macht alles Sinn. Dennoch liess der letzte Punkt viele Studierende stutzen. Pufferzeit? Viele vergessen diese oft, jedoch hat sie eine wichtige Funktion: Die Pufferzeit ist ein kleiner eingeplanter Zeitraum vor den Prüfungen, der für lerntechnische Notfälle vorgesehen ist; der eigentliche Lernprozess sollte aber bis dahin schon erledigt sein. Dies sollte in erster Linie Sicherheit vermitteln, und so lässt sich auch nächtelanges Büffeln vor den Prüfungen vermeiden.

Punkt drei: Priorisieren und Ziele setzen

Trotz all der Planung können Momente auftreten, in denen man sich überrumpelt fühlt von all den Anforderungen, die einem das Leben stellt. Priorisieren ist hier das Zauberwort. Konzipiert eine To-do-Liste aus euren anstehenden Aufgaben und überlegt euch, was wirklich Priorität hat und was ihr auch aufschieben könnt. Ja, ihr habt richtig gehört. Prokrastination, «Aufschieberitis», ist trotz ihrem schlechten Ruf sehr nützlich, denn Triviales, das nicht unbedingt dringend ist, kann auch für später aufgehoben werden, damit Platz für die wichtigeren und dringenderen Angelegenheiten entsteht. Und denkt daran: Besonders wichtig ist es auch, sich konkrete Ziele zu setzen. Mit einem Ende vor Augen scheint die Herausforderung schon viel realistischer zu meistern, und das Erreichen eines Ziels, sei es auch noch so klein, kann nur motivieren.

Diese und weitere grundlegende Tipps wie Lernstrategien hat Frau Polo mit viel Humor präsentiert. Und die Diskussion in Kleingruppen unter den Studierenden ermöglichte zu erfahren, wie sich die Kommilitonen organisieren.  Mir persönlich, als frisch immatrikulierte Studentin, hat der Workshop sehr geholfen. Mir wurde bewusst, wie wichtig Arbeitsorganisation bzw. Planung sein kann, und viele der vorgestellten Tipps bin ich schon gespannt am Ausprobieren.

 Unser Redaktionsteam hat Zuwachs erhalten. Seit dem Herbstsemester schreiben auch Studierende des Bachelor Angewandte Sprachen für unseren Blog. Thuy Chau ist die erste aus dem neuen Redaktionsteam, die über das Studentenleben an der ZHAW und in Winterthur berichtet.