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Manuela Näf nimmt von der Vertreterin der Rieter-Stiftung, Barbara Meili, ihren Preis entgegen

Nina Felder und Manuela Näf haben ihre Bachelorarbeit zum Thema Verständigungsstrategien zwischen Asylsuchenden und Betreuungspersonen geschrieben. Die Arbeit ist an der Diplomfeier des Bachelorstudiengangs Übersetzen vom Oktober 2012 als beste des Jahrgangs mit dem Preis der Johann Jacob Rieter-Stiftung ausgezeichnet worden. Hier schildern die beiden Absolventinnen den Anlaufweg zu ihrer preisgekrönten Arbeit.

Vor ziemlich genau einem Jahr standen wir vor der Frage: „Welches Thema wählen wir für unsere Bachelorarbeit?“. Es war uns wichtig, ein spannendes Thema zu finden, immerhin würden wir uns vier Monate lang intensiv damit beschäftigen müssen. Doch wir hatten nicht auf Anhieb eine gute Idee, es war ein langer Prozess, der uns schliesslich zu unserem Thema führte. Brainstorming, Ideenaustausch mit anderen Studierenden sowie Gespräche mit Freunden und Bekannten halfen, die unendliche Themenauswahl auf einen Themenbereich einzugrenzen. Hilfreich war ebenfalls das Angebot der Dozierenden, den Themenbereich, den sie betreuen würden, vorzustellen und die Fragen der Studierenden zu beantworten. Wir nutzten dieses Angebot ausgiebig, selbst wenn uns ein Thema nur teilweise interessant schien, denn so konnten wir die Auswahl reduzieren. Unsere Wahl fiel auf ein Thema im Bereich „Sprache und Integration“. Wir untersuchten, wie sich Asylsuchende und Mitarbeiterinnen eines Asylzentrums unterhielten und welche Strategien die Mitarbeiterinnen anwendeten, um ihre Sprache zu vereinfachen. Wir hatten Glück, denn nicht nur wir, sondern auch unsere Dozentin fand die Themenwahl auf Anhieb spannend. Sie war es auch, die uns unterstützte und durch den ganzen Prozess begleitete.

Dass wir viel Zeit für die Themenwahl aufgewendet hatten, hat sich bewährt. Denn die Arbeit war intensiv und hat uns mehr als einmal den letzten Nerv geraubt. Dies zeigte sich bereits bei der Suche nach relevanter Literatur. Stunden haben wir damit verbracht, Verzeichnisse und Bibliografien zu durchforsten, oft vergebens. Das war einerseits mühsam, anderseits wurde dadurch die Relevanz unseres Themas bestätigt. Es bestand Forschungsbedarf. Oft mussten wir auf ältere Literatur zurückgreifen, weil schon länger keine Arbeiten mehr zu den betroffenen Forschungsgebieten erschienen waren. Die Arbeit wurde komplexer, als wir es uns zu Beginn vorgestellt hatten. Viele unterschiedliche Themenbereiche waren betroffen und es fiel uns oft schwer, die für uns relevanten Aspekte auszufiltern und einen logischen Aufbau der Arbeit zu erreichen. Durch diese Dürrestrecken, in denen wir nicht mehr weiter wussten und wo wir ein Feedback benötigten, halfen uns die Gespräche mit unserer Dozentin Christiane Hohenstein. Sie gab uns Tipps, wo wir die Übersicht verloren hatten und half uns, den roten Faden wieder aufzunehmen.

Es half ausserdem, uns mit anderen Studierenden auszutauschen und zu merken, dass wir mit unseren Schwierigkeiten nicht alleine waren – alle sitzen im selben Boot. So hatten wir die Idee, ein paar Wochen vor dem Abgabetermin die Arbeit mit einer anderen Gruppe zu tauschen und gegenlesen zu lassen. Wichtig war uns, ein ehrliches und konstruktives Feedback zu geben und zu erhalten. Dieser Schritt war sehr wertvoll für uns, denn manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr und ein Feedback von aussen kann helfen, die Sicht etwas zu klären. Wenn man sich intensiv mit einem Thema auseinandersetzt, ist die Gefahr gross, den Blick fürs Wesentliche zu verlieren und sich zu fest mit Details aufzuhalten.

Eine wichtige Eigenschaft beim Erstellen der Bachelorarbeit ist Durchhaltevermögen. Als wir mittendrin steckten, konnten wir uns oft nicht vorstellen, wie wir die Arbeit zu einem erfolgreichen Abschluss bringen sollten. Im Grossen und Ganzen kann die Bachelorarbeit mit einem Baby verglichen werden, auf das aufgepasst werden muss. Es schreit ununterbrochen nach Aufmerksamkeit, braucht unendlich viel Geduld und Zuwendung und kann einem gehörig auf den Geist gehen. Und wenn der grosse Tag X vor der Türe steht und man die Arbeit abgibt, ist die Erleichterung schon sehr gross :-), man ist aber auch ein wenig stolz, ein solches Stück Arbeit geleistet zu haben.