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Laura Zeller hatte einen Plan. Sie wollte Tierärztin werden. 2007 begann sie mit dem Veterinärmedizin-Studium an der Universität Zürich. Dann kam der Reitunfall und alles wurde anders.

Laura ging zwar zunächst wieder zurück an die Uni, doch wegen des Unfalls litt sie unter Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisproblemen. Nach zwei weiteren Studienjahren und einem Sprachaufenthalt in Südamerika entschied sie sich, das Studium abzubrechen und an der ZHAW mit dem Bachelor in Angewandten Sprachen zu beginnen. Was anfänglich eher als Notlösung gedacht war, entpuppte sich plötzlich als zweite Chance: „Ich habe so viele Interessen. Die während des Medizinstudiums alle unter einen Hut zu bringen, war unglaublich schwierig. Mir wurde irgendwann bewusst, dass ich meine Prioritäten anders setzen wollte. Ich reise gerne und möchte das auch später im Berufsleben weiterhin tun. Das wurde mir plötzlich klar. Da ich Sprachen mag, habe ich mit dem Studium Angewandte Sprachen einen Weg gefunden, der für mich stimmiger ist.“

Kurz vor Beginn ihres letzten Studienjahres absolvierte Laura ein zweimonatiges Praktikum bei der Contract Media AG, einer Agentur für holistische Unternehmenskommunikation. Im Interview erzählt uns Laura von ihrer Zeit als Praktikantin.

Laura, wie sah dein Tag als Praktikantin aus?

Hm, da es sehr abwechslungsreich war, kann ich das gar nicht so genau sagen. Es gab schon wiederkehrende Aufgaben, eine davon war zum Beispiel das Medienmonitoring für PARSHIP, einen der Kunden der Agentur. Da ging es darum, die Medienpräsenz der Firma zu beobachten. Weiter habe ich zum Beispiel auch gelernt, wie man Pressemitteilungen schreibt und durfte das dann regelmässig tun.

Kannst du uns mehr über das Unternehmen erzählen?

Die Contract Media AG ist Expertin für interne und externe Kommunikation sowie für Investor Relations. Die Firma liefert ihren Kunden Strategien und berät in Sachen Marketingkommunikation. In Krisensituationen wird sie in beratender Funktion hinzugezogen. Da das Team eine sehr überschaubare Grösse hat, ist die Organisationsstruktur eng vernetzt und es findet ausgesprochen viel Interaktion zwischen den MitarbeiterInnen statt.

Was waren die Highlights deiner Zeit dort?

Eigentlich waren die ganzen zwei Monate dort das Highlight. Ich wurde sehr gut betreut und habe viel gelernt. Ich war immer an den Teamsitzungen dabei und konnte viel vom Wissen der anderen profitieren. Wenn ich aber ein konkretes Beispiel nennen soll, dann fällt mir das Organisieren einer etwas aussergewöhnlichen Medienmitteilung für DIM, einen französischen Hersteller von Lingerie- und Feinstrumpfmode, ein. Dabei handelte es sich um eine ziemlich einzigartige Aktion. Alles drehte sich um das Thema Märchen. Für den Pressetext sammelten wir Zitate aus Märchen, änderten diese „DIM-spezifisch“ ab und bedruckten damit Karten. Diese legten wir in einen mit Efeu und Rosenblättern gefüllten Korb zusammen mit Strumpfproben. Das ganze haben wir den Medienschaffenden dann per Post geschickt.

Was nimmst Du aus deinem Praktikum mit?

Alles, was ich dort gelernt habe. Am wertvollsten war für mich wohl der Einblick in die Arbeitswelt, insbesondere die Büro-Arbeitswelt. Die war mir nämlich immer etwas suspekt. Nie hätte ich mir vorher denken können, einen ganzen Tag in einem Büro zu verbringen und auch noch Spass daran zu haben.

Und wie geht’s für dich nun nach dem Studium weiter?

Die Kommunikationsbranche hat es mir schon angetan, auch, weil ich das Glück habe, weiterhin für Contract Media arbeiten zu können. Darum habe ich mich entschieden, noch einen Master in Organisationskommunikation an der ZHAW anzuhängen. Der beginnt nun im Februar 2016. Allerdings war auch dieser Weg nicht immer so klar für mich. Ich glaube, eine zentrale Herausforderung dieses Bachelorabschlusses ist, herauszufinden, was man danach eigentlich damit machen möchte. Wir haben während des Studiums in so viele Bereiche einen Einblick gehabt und müssen uns nun plötzlich für eine Richtung entscheiden. Das verunsichert, denn immerhin geht es ja um unsere Zukunft, gleichzeitig stehen einem aber alle Türen offen.

Der Schritt in die Arbeitswelt braucht sicher auch Mut?

Auf jeden Fall. Irgendwann muss man sich einfach überwinden und in die Richtung gehen, die einem in dem Moment als passend erscheint. Ob diese Entscheidung dann wirklich richtig ist, zeigt sich sowieso erst irgendwann später. Das habe ich aus meinem bisherigen Weg gelernt.