Das Austauschsemester in London – weit mehr als nur Sightseeing!

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Kulturschock? Jasmin Honegger weiss, was es heisst, fremd in einer Stadt zu sein. Sie hat ihr Austauschsemester im Herbst 2014 an der University of Westminster in London verbracht. Von unerwarteten Routenänderungen beim Öffentlichen Verkehr, einer Fusion aus Oktoberfest und Weihnachtsmarkt „the british way“ ,und warum es sich lohnt, mit Jiu Jitsu zu beginnen, berichtet die Absolventin in diesem Beitrag.

Als ich mich vor gut einem Jahr entschied, das Auslandssemester in London zu verbringen, wusste ich nicht, was auf mich zukommen würde. Obwohl diese Stadt nur einen Katzensprung von der Schweiz entfernt ist, war ich vorher noch nie dort. Nun aber würde ich die nächsten 3.5 Monate dort leben. Als erstes musste ich Bettwäsche, Teller und Töpfe selber kaufen, weil das im teuren Studiopreis nicht inbegriffen war.

Also ab in die Stadt. Dort sind die Stores nämlich auch sonntags geöffnet und so überfüllt, als gäbe es kein Morgen mehr. Und wenn dann noch der Buschauffeur auf dem Weg nach Hause mal eben die Endhaltestelle ändert, ist man endgültig in London angekommen und etwas überfordert. Doch nach dem ersten Kulturschock ging es nur noch aufwärts.

An der Boat-Party der University of Westminster lernte ich tolle Leute kennen, mit denen ich den Kontakt über das Semester hinaus beibehalten würde.

Dem Social Programme der Uni sollte man sich unbedingt anschliessen; die Ausflüge nach York, Stratford und in die Harry Potter Studios sind absolute Highlights. In London gibt es alles. Das soll jetzt hier nicht ein klassischer Reiseführer werden mit „Things To Do in One of The Greatest Cities“, aber man darf den Camden Market, Chinatown, die Aussicht von der Shard (ist kostenlos, wenn man sich in einer der beiden Bars einen Drink gönnt), den Whole Foods Market, und das Winter Wonderland im Hyde Park nicht verpassen. Dieses findet jeweils ab Ende November statt und ist das, was die Engländer unter einem Wintermärchen verstehen: eine bekloppte Mischung aus Oktoberfest und Weihnachtsmarkt, mit viel Bier und deutschen Spezialitäten. Und nicht nur bei jährlichen Events ist London top. Evergreen-Musicals wie War Horse, Billy Elliot oder ein Besuch im Shakespeare’s Globe Theatre sind ein Must.

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Bei all den Unternehmungen gerät das Studium fast zur Nebensache, die Exams sollten aber nicht unterschätzt werden. Die Auswahl der Fächer ist super, für jeden Geschmack ist was dabei. Besonders angetan hat es mir der Kurs „Art and Society“, wo wir beispielsweise einen Abstecher in die St Paul’s Cathedral oder die National Gallery machten. Doch wenn es ums Einhalten von Deadlines geht, muss der Konsum der Pints (Aussprache mit „ei“) im Pub doch mal reduziert werden. Eine extrem gute Gelegenheit, neue Leute (und auch Einheimische) kennenzulernen, ist der Beitritt in einen Sportclub der Uni. Bei mir war es Jiu Jitsu. Bei vier Stunden Selbstverteidigung pro Woche und anschliessenden Pubsessions lernt man einiges.

Die 3.5 Monate waren etwas kurz, es gibt so viel zu entdecken in London. Aber ich bin glücklich, dass ich die Gelegenheit dazu hatte und kann es wirklich jedem weiterempfehlen.

Nach der Rückkehr sehe ich vieles mit anderen Augen. Wenn sich jemand über die volle S-Bahn zur Rush Hour aufregt, kann ich heute darüber lachen. Fahrt mal zur gleichen Zeit mit der Tube durch London. Das ist crazy!

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Jasmin Honeggers Post ist einer von sechs prämierten Studierendenbeiträgen zum Auslandsemester. Die Verfasserin hat ihren Bachelor in Angewandten Sprachen im Sommer 2015 abgeschlossen und hat wie viele ihrer Mitstudierenden das fünfte Semester im Ausland verbracht. Näheres zum Auslandsemester lesen Sie hier.

1 Kommentar

  1. Karin Honegger

    3. Mai 2016 at 17:50

    Hi Tochterherz
    Super geschrieben
    Hey ich war dich besuchen, hättest du ruhig erwähnen können

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