Ladina Caprez, BA in Übersetzen 2010, ist seit Januar 2011 an der Universität der italienischen Schweiz im Marketing tätig. Zu ihren Hauptaufgaben zählen nebst der Promotion der Studiengänge auch die Studienberatung sowie das Management einzelner Social-Media-Profile der Universität.

Auf die Anzeige der Universität der italienischen Schweiz (Università della Svizzera italiana, USI) in Lugano bin ich während eines dreimonatigen Sprachaufenthalts in Südafrika gestossen. Gesucht wurde eine Kommunikationsmitarbeiterin für das Marketing- und Studienberatungsteam. Zwei Tage nach meiner Rückkehr in die Schweiz konnte ich mich in einem ersten Bewerbungsgespräch vorstellen und trat dann Mitte Januar 2011 die Stelle als Marketing Assistant an.

Seit 2011 bin ich also an der Universität der italienischen Schweiz im Marketing tätig, zuerst als Marketing Assistant und seit Januar 2012 als Junior Marketing Manager. Die USI ist die einzige italienischsprachige Universität ausserhalb Italiens und bietet Bachelor- und Masterstudiengänge in Architektur, Wirtschaft, Kommunikationswissenschaften, Italianistik und Informatik an. Die 1996 gegründete Universität zählt heute knapp 3000 Studierende und ist mit einem Anteil an ausländischen Studierenden von rund 70% die internationalste Universität der Schweiz: Rund ein Drittel der Studierenden kommt aus dem nahen Italien, während ein weiteres Drittel über 80 verschiedene Nationen abdeckt. Somit werden auf dem Campus eine Vielzahl verschiedene Sprachen gesprochen, Unterrichtssprachen sind Italienisch und Englisch.

Meine Hauptaufgaben als Junior Marketing Manager sind die Promotion der fünf Bachelor- und 18 Masterstudiengänge im In- und Ausland, die Organisation von Informationsveranstaltungen für zukünftige Bachelorstudierende, die Vertretung der Universität auf Bildungsmessen sowie die Verwaltung und Koordination der Social Media-Aktivitäten. Zudem sind wir die erste Ansprechstation für Studieninteressenten und kümmern uns somit auch um die Studienberatung per Telefon und E-Mail aber auch in persönlichen Beratungsgesprächen auf dem Campus. Diese Abwechslung ist es auch, was ich an meinem Job am meisten schätze: In den arbeitsintensivsten Monaten Oktober/November sowie von Februar bis Ende Mai sind wir viel unterwegs und in ständigem Kontakt mit Studierenden und deren Familien, während die Sommermonate Zeit lassen für administrative Arbeiten sowie die strategische Planung unserer Aktivitäten.

Dank der Internationalität der Universität kommuniziere ich täglich in mehreren Sprachen, hauptsächlich auf Italienisch und Englisch. Zudem bin ich vereinzelt für Übersetzungen zuständig. Mein Job lässt mir sehr viele Freiheiten und vor allem Raum für eigene Ideen. So sind zum Beispiel unsere Aktivitäten auf Social Media-Plattformen ein eher neues Projekt, das wir gemeinsam mit anderen Schweizer Universitäten und Fachhochschulen unter dem Coaching von Swissnex San Francisco realisiert hatten. Im Rahmen dieses Coaching-Programmes hatte ich im Frühling 2012 auch die Möglichkeit, für eine Study Tour eine Woche in San Francisco zu verbringen, was mir erlaubt hat, mit verschiedenen Realitäten im Bereich der sozialen Netzwerke in Kontakt zu treten. Überhaupt setzt sich das Management der Universität stark für die Förderung und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden ein, so absolviere ich zum Beispiel zurzeit den CAS (Certificate of Advanced Studies) in Event Management, der gemeinsam von der Hochschule Luzern und der ZHAW angeboten wird.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass mich mein Studium an der ZHAW vor allem dank seiner Interdisziplinarität optimal auf meine derzeitige Anstellung vorbereitet hat: Dank den Landeskunde-Modulen bin ich heute in der Lage, gewisse Eigenheiten der ausländischen Studierenden besser zu verstehen, meine Sprachkompetenz in verschiedenen Sprachen wurde soweit gefördert, dass ich mich in einem fremdsprachigen Ambiente ohne Probleme zurechtfinde, und die in den Instrumentalkompetenz-Lektionen vermittelten Inhalte erleichtern mir den Umgang mit verschiedenen Tools. All diese Eigenschaften und ein bisschen Glück haben mich von Winterthur nach Lugano gebracht, wo ich eine spannende und jeden Tag aufs Neue herausfordernde Tätigkeit ausführen darf und mich in einem stimulierenden aber auch familiären Umfeld ständig weiterentwickle.