Mit der Rega im Höhenflug durchs Praktikum. Nerina Bachofner sammelt Berufserfahrung in der Kommunikation und lernt Wertvolles für ihre Zukunft.

„Nerina? Ghörsch du eus au?“, mit dieser Frage wurde ich über Funk aus meinen Gedanken gerissen. Ich sass gerade voller Vorfreude zum ersten Mal in einem Helikopter und hatte von Funkregeln keinen blassen Schimmer. Nach einer Instruktion war dieses Problem jedoch gelöst und wir hoben alsbald ab.

Natürlich fand dieser Flug aber nicht statt, um mich zu bespassen. Es stand ein Dreh an und die daraus resultierenden Aufnahmen sollten veranschaulichen, wie man einen Helikopter korrekt einweist. Spontan hatte sich die Gelegenheit ergeben, dass ich den zuständigen Mediensprecher begleiten durfte.

Wer jetzt aber denkt, das bedeute reines Vergnügen, hat weit gefehlt: Hinter einem solchen Vorhaben stecken unglaublich viele Überlegungen. Beim Dreh selbst musste penibel auf jedes noch so kleine Detail geachtet werden – schliesslich sollten die Aufnahmen auch wie geplant umgesetzt und der frisch gewartete Rettungshelikopter pünktlich zu seiner Basis geflogen werden. Ausserdem müssen im Zusammenhang mit Helikoptern auch immer gewisse Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. So konnte beispielsweise der Kameramann bei der Landung des Helikopters nicht einfach dort stehen, wo es ihm gerade gefiel.

Überhaupt ist mir während meines Praktikums beim Mediendienst der Rega mehr als einmal bewusst geworden, wie viel Arbeit und Überlegungen hinter Publikationen – in welcher Form auch immer – stecken. Besonders intensiv spürte ich dies zum Beispiel, als man mich mit der Aufgabe betraute, ein Konzept für die Umsetzung eines Adventskalenders auf der Rega-Facebook-Seite zu erstellen. Zu Beginn klang das ja ganz harmlos. Doch je intensiver ich mich mit der Thematik beschäftigte, desto mehr war ich gefordert. Soll jeder Post in drei Sprachen übersetzt werden oder gibt es Alternativen? Wie plane ich den Content für alle 24 Tage? Wie benachrichtigt man die Gewinnerinnen und Gewinner? Fragen über Fragen.

Langer Rede, kurzer Sinn: Mein Praktikum bei der Rega hat mich gelehrt, dass es in der Kommunikation nicht nur „den“ richtigen Weg gibt und dass oftmals verschiedene Anspruchsgruppen und Umstände Einfluss nehmen. Ich erhielt Einblicke in die interne und externe Kommunikation und erlebte, wie verschiedene Persönlichkeiten mit ihren Charakteren und Lösungsansätzen die Arbeit in einem kleinen Team bereichern. Mein Ausflug in die Berufswelt und die praktische Anwendung der bereits gelernten Studieninhalte machten mir Lust auf mehr und ich bin überzeugt, nun einen gut gefüllten Rucksack für die Zukunft zu haben.

Studierende der Vertiefungen Mehrsprachige und Multimodale Kommunikation im Bachelor Angewandte Sprachen haben die Möglichkeit, ihr fünftes Studiensemester als Praktikumssemester zu absolvieren. Unter der Rubrik Praktikum werden regelmässig Beiträge von Studierenden zu ihren Pratika veröffentlicht.